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CovidNudge: Tragbares COVID-19-Testkit in Schuhkartongröße – Ergebnisse in nur 90 Minuten

Ein tragbares COVID-19-Testkit, das die Krankheit in nur 90 Minuten diagnostiziert, könnte laut Experten aus dem Imperial College London in Krankenhäusern vor dem Winter einen entscheidenden Unterschied machen.

Das CovidNudge-Testkit erreicht eine Sensitivität von über 94 % (korrekte Identifikation positiver Fälle) und eine Spezifität von 100 % (korrekte Identifikation negativer Fälle). Es wurde vom Spinout-Unternehmen DnaNudge des Imperial College entwickelt und kann direkt am Patientenbett durchgeführt werden – ohne Labor.

Bei der Anwendung werden Nasen- und Rachenabstriche auf eine Kartusche aufgebracht und in die schuhkartongroße NudgeBox-Maschine eingesetzt. Das Gerät analysiert genetisches Material des Coronavirus. Jede Maschine verarbeitet bis zu 15 Tests täglich vor Ort.

Die britische Regierung hat kürzlich 5,8 Millionen Kartuschen und 5.000 NudgeBox-Geräte für 161 Millionen Pfund bestellt. Der Test läuft derzeit in acht Londoner Krankenhäusern und soll landesweit ausgerollt werden.

Graham Cooke, Professor für Infektionskrankheiten am Imperial College London, evaluierte Tests an 386 NHS-Mitarbeitern und -Patienten. Er nennt CovidNudge „ein nützliches Puzzleteil in der Diagnostik“.

„Dieser Test eignet sich hervorragend für klinische Szenarien, in denen schnelle Entscheidungen gefragt sind“, erklärt Cooke. „Letzte Woche bestätigten wir bei einem Patienten die COVID-Diagnose innerhalb von zwei Stunden nach Aufnahme und starteten Remdesivir- und Dexamethason-Therapie – deutlich schneller als sonst möglich.“

CovidNudge: Tragbares COVID-19-Testkit in Schuhkartongröße – Ergebnisse in nur 90 Minuten

Die Entwickler modifizieren das Gerät, um neben COVID-19 auch Grippe und respiratorisches Syncytialvirus zu testen.

Dr. Bob Klaber, Direktor für Strategie, Forschung und Innovation beim Imperial College Healthcare NHS Trust, betont: „Wir nutzen Forschung, um die Patientenversorgung kontinuierlich zu verbessern. Schnelle, genaue Ergebnisse optimieren klinische Prozesse erheblich – wir freuen uns auf den breiten Einsatz.“

Professor Chris Toumazou, CEO und Mitgründer von DnaNudge sowie Gründer des Institute of Biomedical Engineering am Imperial, sieht großes Potenzial: „Die Plattform eignet sich für Hausarztpraxen, Pflegeheime, Schulen, Büros oder sogar Theater. Weitere Studien klären die Wirksamkeit außerhalb Kliniken.“

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Trotz der Stärken ist eine Limitation, dass nur eine Probe gleichzeitig getestet werden kann – ungeeignet für Massentests. Paul Hunter, Medizinprofessor an der University of East Anglia, mahnt: „Bei Asymptomatischen droht eine hohe Falsch-positiv-Rate. Umfangreiche Studien sind essenziell für die Spezifität in der Praxis.“