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Die wahren Übermenschen: Völker und Stämme, die menschliche Grenzen meistern

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Unterwassersicht: Moken-Nomaden

Die wahren Übermenschen: Völker und Stämme, die menschliche Grenzen meistern

Unsere Augen sind für das Leben an Land optimiert – unter Wasser sehen wir ohne Hilfsmittel nur verschwommen. Doch Kinder der Moken, Seenomaden in der Andamanensee vor Myanmar und Thailand, sammeln Muscheln und Seegurken klar vom Meeresboden. Sie lernen schwimmen, bevor sie laufen können.

Etwa 2.000 bis 3.000 Moken leben dort. Forscher der Universität Lund in Schweden stellten fest: Moken-Kinder sehen unter Wasser mehr als doppelt so scharf wie europäische Kinder, an Land jedoch gleich gut.

Sie verengen ihre Pupillen und verändern die Linsenform. Europäische Kinder können dasselbe durch Training erreichen. Ob angeboren oder erlernt – es zeigt unser Potenzial.

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Kälteresistenz: Himalaya-Mönche

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Im Himalaya können Mönche durch Atmung und Meditation ihre Körpertemperatur so stark erhöhen, dass nasse Laken an ihnen trocknen und Dampf entsteht.

US- und Singapur-Forscher maßen Kerntemperatur (Achselhöhle) und Finger-Temperatur. Atmung allein heizt auf, Meditation simuliert Fieberniveau – mit Vorteilen wie besserer Kognition und Immunität.

„Ichman“ Wim Hof nutzt ähnliche Methoden: Weltrekord-Eisbad (1 Std. 52 Min. 42 Sek.) und Polarmarathon in Shorts.

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Ultralauf: Tarahumara-Stamm

Die wahren Übermenschen: Völker und Stämme, die menschliche Grenzen meistern

Die Tarahumara im Nordwesten Mexikos laufen Generationen barfußähnlich in Sandalen bis 320 km in zwei Tagen. „Rarámuri“ bedeutet „die Schnellläufer“.

Ursachen: Traditionelle Distanzen, Ernährung mit Bohnen, Mais, Gemüse und Chía-Bier (reich an Omega-3, Ballaststoffen, Proteinen, Antioxidantien). Niedrige Herzkrankheits- und Diabetesraten, doch Modernisierung bringt Fast Food und Risiken.

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Freitauchen: Bajau-Nomaden

Die wahren Übermenschen: Völker und Stämme, die menschliche Grenzen meistern

Bajau an den Küsten Ostindiensiens, der Philippinen und Malaysias tauchen bis 20–30 m tief, jagen mit Harpunen. Täglich fünf Stunden unter Wasser.

Anpassungen: Tauchreaktion verlangsamt Herz, leitet Blut um; Milz pumpt rote Blutkörperchen. Ähnlich bei Ama-Tauchern oder Freitauchern bis 100 m – latentes Potenzial in uns allen.

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Schmerztoleranz: Sateré-Mawé-Stamm

Junge Männer im Amazonas tragen Handschuhe mit 100 Kugelameisen (Paraponera clavata), Stiche 20 Mal für 10 Minuten – Poneratoxin verursacht 24 Stunden Lähmung und extremes Brennen.

Rattenstudien deuten auf Schmerzmittel- und Insektizid-Potenzial hin. Dieser Stamm könnte zukünftige Medizin bereichern.

  • Dieser Artikel wurde zuerst in Ausgabe 287 von BBC Science Focus veröffentlicht.