Forscher der University of Exeter haben eine epigenetische Uhr entwickelt, die beschleunigte Alterungsprozesse im Gehirn mit Alzheimer und anderen Demenzformen verknüpfen könnte.
Im Gegensatz zur zirkadianen Uhr, die unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, misst die epigenetische Uhr die biologische Alterungsgeschwindigkeit und die Anfälligkeit für Alterskrankheiten, erklären die Experten.
Mithilfe von menschlichen Hirngewebeproben schufen die Wissenschaftler ein Modell, das genauer ist als frühere Varianten auf Basis von Blut oder anderen Geweben.
„Das Feld der epigenetischen Uhren ist hochspannend und birgt enormes Potenzial, um Alterungsmechanismen zu entschlüsseln“, betont Professor Jonathan Mill, Leiter des Teams an der University of Exeter.
„Mit unserer neuen Uhr können wir beschleunigte Gehirnalterung untersuchen. Obwohl sie nicht an Lebenden anwendbar ist, eignet sie sich ideal für gespendetes Gehirngewebe, um Risikofaktoren für Demenz und ähnliche Erkrankungen zu beleuchten.“
Das Team analysierte DNA-Methylierung – einen Marker, der Gene ein- oder ausschaltet – im menschlichen Kortex, einer Region für Wahrnehmung und Alzheimer-relevant.
Sie fanden 347 Methylierungsstellen, die in Kombination das Alter im Kortex optimal vorhersagen.
Das Modell wurde an 1.221 Gehirnproben der Brains for Dementia Research (BDR)-Kohorte getestet, finanziert von Alzheimer’s Society und Alzheimer’s Research UK, sowie an 1.175 Blutproben validiert.
Epigenetische Uhren basierend auf Methylierungsdaten dienen als Biomarker, um chronologisches und biologisches Alter zu vergleichen – besonders bei Neurodegeneration, Demenz und Gehirnerkrankungen.
„Unsere epigenetische Uhr übertrifft frühere Modelle bei der Vorhersage des biologischen Gehirnalters deutlich“, freut sich Gemma Shireby, Erstautorin und Doktorandin in Exeter.
„Die Studie zeigt: Gewebespezifische Modelle sind entscheidend. Hirngewebe kalibriert die Uhr perfekt für Demenzuntersuchungen.“
Die Ergebnisse erschienen in der renommierten Zeitschrift Brain und wurden von der Alzheimer’s Society gefördert.