Der von der University of Oxford und AstraZeneca entwickelte COVID-19-Impfstoff wird bereits Älteren und Schlüsselkräften verabreicht. In den kommenden Wochen folgen Millionen weitere Dosen.
Nach dem Pfizer-Impfstoff ist er der zweite, der im Dezember 2020 in Großbritannien zugelassen wurde. Berechtigte Personen werden vom NHS kontaktiert.
Hier die wichtigsten Fakten zum Oxford-Impfstoff, basierend auf klinischen Studien und behördlichen Zulassungen.
Wie funktioniert der Oxford-Impfstoff?
Der Impfstoff, ChAdOx1 nCoV-19 genannt, nutzt eine abgeschwächte Version eines Erkältungsvirus aus Schimpansen.
Diese Technologie wurde bereits erfolgreich für Impfstoffe gegen Grippe, Zika und MERS eingesetzt.

Das Virus ist genetisch modifiziert, sodass es sich nicht im Menschen vermehren kann.
Wissenschaftler haben den Code für das Spike-Protein des Coronavirus eingebaut. Im Körper produziert es dieses Protein, was eine starke Immunantwort auslöst und das Immunsystem auf eine echte Infektion vorbereitet.
Wie wirksam ist der Oxford-Impfstoff?
Die MHRA bestätigte eine Wirksamkeit von 80 Prozent bei einem Intervall von drei Monaten zwischen den Dosen.
Daten des Oxford-Teams aus 2020 zeigten 62,1 Prozent Wirksamkeit bei zwei Standarddosen und 90 Prozent bei einer niedrigen ersten gefolgt von einer Standarddosis.
Warum braucht der Impfstoff zwei Dosen?
Eine Dosis bietet kurzfristigen Schutz vor schweren Verläufen. Zwei Dosen sorgen für eine langanhaltende Immunität, wie bei MMR- oder Polio-Impfstoffen.
Prof. Wei Shen Lim vom JCVI betonte: Nach der ersten Dosis besteht bereits hoher Schutz. Daher priorisiert das JCVI die Erstimpfung bei Pfizer und AstraZeneca.
Ist der Oxford-Impfstoff sicher?
Studien zeigten keine wesentlichen Sicherheitsrisiken. MHRA, Wissenschaftler und Kliniker haben die Daten geprüft.
Dr. Gillies O'Bryan-Tear, Vorsitzender der Faculty of Pharmaceutical Medicine: "Der Impfstoff erfüllt strenge MHRA-Standards für breite Anwendung." Die Überwachung läuft weiter; Nebenwirkungen können über die Yellow Card App gemeldet werden.
Wie viele Dosen erhält Großbritannien?
Die Regierung sicherte 100 Millionen Dosen – genug für die Mehrheit der Bevölkerung.

Kate Bingham von der UK Vaccine Taskforce: Massenproduktion ist sichergestellt. AstraZeneca plant Millionen Dosen für Q1 2021.
Wie unterscheidet sich der Oxford-Impfstoff von Pfizer und Moderna?
Oxford nutzt ein modifiziertes Vektorvirus, Pfizer/Moderna mRNA-Technologie ohne Virus.
mRNA lässt Zellen Antigene produzieren, die das Immunsystem schulen. Oxford-Impfstoff lagert sich bei Kühlschranktemperatur sechs Monate, im Gegensatz zu -70 °C bei Pfizer – ideal für Logistik.
Kann ich mich impfen lassen, wenn ich schwanger oder stillend bin?
Ja, wenn Nutzen Risiken überwiegt. MHRA rät, dies mit dem Arzt zu besprechen.
Hilft der Impfstoff Älteren?
Trotz Bedenken wie bei Grippeimpfungen zeigen Oxford-Daten ähnliche Immunreaktionen bei Jung und Alt. Phase-2-Ergebnisse bestätigen starke Antworten in allen Altersgruppen.
Was passiert im Körper?
Alle Impfstoffe (Pfizer, Oxford, Moderna) lösen Antikörper- und T-Zell-Antworten aus.
Antikörper markieren Eindringlinge, T-Zellen zerstören infizierte Zellen. Beim Oxford-Impfstoff peaken T-Zellen nach 14 Tagen, Antikörper nach 28 Tagen.