Neue Forschungsergebnisse zeigen: Zügiges Gehen, Laufen und Radfahren in der Lebensmitte fördern die Gehirngesundheit im höheren Alter.
Die in der renommierten Fachzeitschrift Neurology veröffentlichte Studie ergab, dass Menschen, die sich von der Lebensmitte bis ins hohe Alter mäßig bis intensiv bewegt haben, 25 Jahre später seltener Hirnschäden aufweisen.
Die Experten betonen: Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt schützend auf das Gehirn und kann das Risiko für Erkrankungen wie Demenz senken.
„Unsere Studie deutet darauf hin, dass mindestens 1 Stunde und 15 Minuten mäßiger bis intensiver Bewegung pro Woche – idealerweise über die gesamte Lebensspanne – die Gehirngesundheit fördert und die Struktur des Gehirns erhält“, erklärt Dr. Priya Palta, Assistenzprofessorin für medizinische Wissenschaften am Irving Medical Center der Columbia University in New York.
„Besonders über 2,5 Stunden wöchentliche Aktivität im mittleren Alter ging mit deutlich weniger Anzeichen von Hirnerkrankungen einher.“
Die Forscher befragten 1.604 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 53 Jahren dreimal über 25 Jahre zu ihrer wöchentlichen mäßigen bis intensiven Aktivität und stuften sie als niedrig, mittel oder hoch ein. Die Teilnehmer absolvierten fünf körperliche Untersuchungen.
Zum Abschluss analysierten MRT-Scans Läsionen, graue und weiße Substanz.
Nach Ausgleich demografischer und Lebensstilfaktoren zeigten Unaktive ein 47 % höheres Risiko für kleine Hirnschäden im Vergleich zu Hochaktiven.
„Die Ergebnisse unterstreichen klare Vorteile für das Gehirn durch Aktivität in der Lebensmitte“, so Dr. Palta. „Konstante intensive Bewegung korreliert mit weniger Läsionen später.“
Als Limitierung nennen die Autoren die selbstberichteten Daten, die subjektiv sein können. Arbeits- oder Alltagsaktivitäten wurden nicht erfasst.
„Diese Studie verstärkt Belege, dass Bewegung die Gehirngesundheit schützt“, betont Dr. Sara Imarisio, Forschungsleiterin bei Alzheimer’s Research UK.
Sie ergänzt: Nur ein Drittel der Menschen glaubt, Demenzrisiken beeinflussbar zu sein – im Gegensatz zu 77 % bei Herzkrankheiten.
„Das Gehirn hängt vom Körper ab: Was dem Herzen guttut, hilft auch dem Gehirn. Ergänzend empfehlen wir ausgewogene Ernährung, Nichtrauchen, moderaten Alkoholkonsum sowie Kontrolle von Gewicht, Cholesterin und Blutdruck.“