Das Jahr 2020 bleibt unvergessen: COVID-19 brachte die Welt zum Stillstand. Viele scheuen sich, 2021 als Normaljahr zu erwarten, und nehmen das Leben lieber Tag für Tag, solange die Zukunft ungewiss ist.
Doch wie könnte 2022 aussehen? Als Experten für Infektionskrankheiten werfen wir einen Blick auf vergangene Pandemien.
Eine passende Blaupause ist die SARS-Epidemie Anfang der 2000er – ein ähnliches Coronavirus, das über 770 Menschen, vor allem in Ostasien, tötete. Nach Komplikationen bei Tierversuchen zum Impfstoff und dem Aussterben des Virus beim Menschen versiegten die Forschungsgelder. Fortschritte bei Coronavirus-Impfstoffen blieben aus.
Heute stehen mehrere COVID-19-Impfstoffe zur Verfügung, weitere folgen. In wohlhabenden Ländern naht das Leben nach der Impfung. Impfnationalismus droht jedoch: Ärmere Nationen könnten bis 2022 oder länger warten. Bis dahin könnten neue Varianten – potenziell impfstoffresistent – zunehmen.
Moderna bestätigt: Ihr Impfstoff wirkt gegen bekannte Varianten. Doch für den globalen Süden ändert das wenig – alle Dosen für 2021 sind von reichen Ländern reserviert.
Impfstoffe verhindern schwere Verläufe, doch ob sie die Übertragung stoppen und wie lange der Schutz hält, ist offen. Jährliche Booster könnten nötig sein. Für Ungeimpfte und Risikogruppen versprechen Therapien wie Antivirale und Antikörper Hoffnung.
Die Idee, sich an COVID-19 zu "gewöhnen", bleibt riskant – ähnlich wie frühe "Herdenimmunität ohne Impfung", die sich als fatal erwies. Basierend auf Studien ist das ein tödliches Glücksspiel.
Wir dürfen das Unbekannte nicht unterschätzen. Im Gegensatz zu Erkältungs-Coronaviren befällt COVID-19 obere und untere Atemwege gleichermaßig.
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Nach Erkältung oder Grippe normalisiert sich das Leben meist schnell. Bei Long-COVID leiden Betroffene jedoch monatelang unter Organschäden, Erschöpfung, Muskelschmerzen und Atemnot. 15 Jahre nach SARS zeigen Studien anhaltend reduzierte Lungenfunktion.
Zur Eindämmung neuer Stämme ist eine Null-COVID-Strategie essenziell: Übertragung minimieren. Schädliche Varianten würden so aussterben, wie SARS.
Dies gelingt durch den "Schweizer-Käse-Effekt": Mehrere Schichten wie Händewaschen, Masken, Test-Tracing-Isolierung, finanzielle Quarantänehilfen und Kontaktbeschränkungen. Jede Schicht deckt Lücken der anderen ab – mehr Schichten, besserer Schutz.
Mit besserer Kontrolle könnten Büros hybrid wiederbelebt werden. Ob COVID-19 endemisch wird wie Grippe – nur gefährlicher – hängt von unserer Gemeinschaftsdisziplin ab.
Nächste Hürden: Logistik, Planung und globaler Gerechtigkeit für arme Länder.
Seit der WHO-Erklärung als globale Notlage vor einem Jahr haben Genomsequenzierung, Forschung und Impfstoffe enorme Fortschritte gemacht. Eliminierung ist machbar.
Wie sieht die Welt 2022 aus? Das entscheiden wir – als Individuen, Regierungen und globale Gemeinschaft.