Als Schlafforscher haben wir zahlreiche Vorteile von Nickerchen bestätigt: Sie reduzieren Stress, stärken das Immunsystem und heben die Stimmung. Ein kurzes Nickerchen nach dem Mittagessen hält uns wach und steigert die Leistungsfähigkeit bei der Arbeit. Sogar der "Nappuccino" – Kaffee kurz vor dem Einschlafen – wird durch kleine Studien gestützt: Die Kombination aus Koffein und Schlaf lässt uns erfrischt aufwachen.
Trotzdem erleben viele ein unangenehmes Aufwachen. Dieser Zustand, bekannt als Schlafträgheit, tritt besonders nach Nickerchen länger als 20 Minuten auf. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt, doch ein Schlüsselrolle spielt Adenosin: Dieses Molekül baut sich tagsüber im Gehirn auf und wird im Schlaf abgebaut.
Wenn Adenosin beim Aufwachen nicht vollständig eliminiert ist, fühlen wir uns benommen. Selbst kurze Nickerchen können das auslösen – ein Grund, vor dem Autofahren immer Zeit zum Wachwerden einzuplanen. Zudem kann ein Nickerchen den nächtlichen Schlaf stören, weshalb es bei Schlaflosigkeit vermieden werden sollte.
Genetik beeinflusst, wie gut wir Nickerchen vertragen – ähnlich wie bei Säuglingen. Fühlen Sie sich danach nicht wohl? Zwingen Sie sich nicht: Priorisieren Sie stattdessen eine erholsame Nachtschlaf!