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Verliebt sein: Was die Wissenschaft über Anzeichen und Phasen der Liebe sagt

Was genau ist Liebe? Diese Frage beschäftigt Verhaltenspsychologen, Kognitionspsychologen und Neurobiologen gleichermaßen, und eine einfache Antwort gibt es nicht.

Dr. Sandra Langeslag, Verhaltensneurowissenschaftlerin an der University of Missouri, erklärt: „Viele Wissenschaftler sind sich einig, dass es verschiedene Formen der Liebe gibt, aber viele von uns konzentrieren sich auf das Gehirn. Das soll nicht heißen, dass die äußeren Umstände keine Rolle spielen, aber der Ursprung liegt im Gehirn.“

Ein verbreiteter Ansatz zur Untersuchung von Liebe basiert auf dem Rahmen von Dr. Helen Fisher, einer biologischen Anthropologin. Sie schlägt vor, dass die "romantische Liebe" aus drei Komponenten besteht:

* Lust: Gesteuert durch Sexualhormone wie Östrogen und Testosteron.
* Anziehung/Verliebtheit: Gekennzeichnet durch einen Anstieg von Dopamin und Noradrenalin, den sogenannten "Wohlfühlchemikalien", sowie einem Abfall des Serotoninspiegels, der mit obsessiven Gedanken in Verbindung gebracht wird.
* Bindung: Führt von Erregung zu Ruhe und Geborgenheit.

Wie erkennt man nun, ob man romantische Liebe empfindet?

Bindung ist ein Element, das in vielen Beziehungsformen vorkommt. Die einzigartige Kombination aus Lust, Anziehung und dem Wunsch nach Geborgenheit deutet jedoch auf romantische Liebe hin.

Professor Zoe Donaldson, Verhaltensneurowissenschaftlerin, ergänzt: „Ein Faktor ist definitiv der Wunsch nach sexueller Intimität mit einer anderen Person.“ Sie weist aber auch darauf hin, dass die Wissenschaft zwar wertvolle Einblicke liefert, eine zu starke Vereinfachung jedoch die feinen Unterschiede in der Literatur übersehen kann.

Langeslag betont, dass sexuelles Verlangen nicht immer mit Verliebtheit einhergeht.

Ihre Forschung mittels Neuroscans zeigt, dass verschiedene Formen der Liebe unterschiedliche neuronale Signaturen im Gehirn aufweisen. „Es ist nicht nur eine Gehirnregion beteiligt. Fühlen, Denken und Handeln sind in jeder dieser Formen involviert, aber auf leicht unterschiedliche Weise.“

Kann sich jeder verlieben?

Professor Steven Phelps, Verhaltensneurobiologe, erklärt: „Wir alle haben die Fähigkeit, Bindungen einzugehen. Menschen haben unterschiedliche Bindungsstile, und Persönlichkeitsmerkmale wie Neurotizismus spielen ebenfalls eine Rolle.“

Studien zeigen, dass in Beziehungen, in denen sich ein Partner stärker verliebt fühlt, auch höhere Oxytocin-Spiegel gemessen werden. Professor Saeideh Heshmati fand heraus, dass Menschen mit höherem Neurotizismus tendenziell kürzere Beziehungen haben, aber gleichzeitig ein besseres Verständnis für Liebe entwickeln.

Können sich Tiere verlieben?

Während Menschen sozial monogam sind, gibt es auch im Tierreich Beispiele für Monogamie, von Präriewühlmäusen bis hin zu Fischarten.

Phelps erklärt: „Bindung ist bei vielen Arten ein biologischer Prozess. Unsere Fähigkeit, dies mit einem subtilen Verständnis dafür zu verbinden, wer die andere Person ist und was ihr Freude oder Schmerz bereiten könnte, ist jedoch etwas Besonderes.“