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Evolution der Sinne: Welcher Sinn entwickelte sich als Erster?

Als Experten für evolutionäre Biologie wissen wir: Der Mensch besitzt zahlreiche Sinne wie Gleichgewicht, Wärme- oder Schmerzwahrnehmung sowie Propriozeption, die Position der Gliedmaßen spürt. Bei den klassischen fünf Sinnen ist jedoch der Geschmack der älteste. Er dient der Erkennung von Chemikalien in der Umgebung – eine Fähigkeit, die ozeanische Bakterien vor mindestens zwei Milliarden Jahren entwickelten, um Nährstoffe zu orten und anzuschwimmen.

Lichtwahrnehmung, ein Vorläufer des Sehens, war eine weitere bakterielle Innovation. Bilderzeugende Augen entstanden jedoch erst mit mehrzelligen Tieren vor etwa 570 Millionen Jahren. Viele Einzeller hatten davor bereits Tastsinn entwickelt. Der Geruchssinn, der Chemikalien in der Luft detektiert, wartete weitere 70 Millionen Jahre auf die ersten Landtiere.

Das Hören in der Luft kam als Letztes: Schallwellen sind schwächer als Licht und erfordern spezielle Verstärkungsstrukturen, besonders bei hohen Frequenzen.

Vollentwickelte Ohren tauchten vor 275 Millionen Jahren auf. Doch dänische Forscher schlugen 2015 vor, dass Lungenfische bereits vor 375 Millionen Jahren einen rudimentären Hörsinn besaßen. Diese Vorfahren der Landwirbeltiere 'liefen' mit Flossen von Teich zu Teich und spürten niederfrequente Luftgeräusche über Kopfvibrationen – ein früher Vorläufer von Mittelohr und Trommelfell.