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Japanische Studie: Grüner Tee und Kaffee senken Sterberisiko bei Herz-Kreislauf-Patienten

Eine Tasse Kaffee fühlt sich oft wie ein Lebensretter an. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass grüner Tee und Kaffee das Sterberisiko tatsächlich senken können.

Wissenschaftler der Universität Osaka haben über 18 Jahre hinweg 46.000 Teilnehmer im Alter von 40 bis 79 Jahren in japanischen Gemeinden untersucht. Sie fanden, dass täglicher Kaffeekonsum mit einem geringeren Sterberisiko bei Schlaganfall-Überlebenden und Gesunden assoziiert ist. Bei sieben oder mehr Tassen grünem Tee pro Tag zeigten Herzinfarkt- und Schlaganfall-Überlebende ein deutlich reduziertes Risiko.

Schlaganfall-Überlebende, die täglich sieben oder mehr Tassen grünen Tee tranken, hatten ein um 62 Prozent geringeres Sterberisiko im Vergleich zu denen, die kaum Tee tranken. Ähnlich ergab es sich für männliche Herzinfarkt-Überlebende. Bei Personen ohne Vorgeschichte von Herzproblemen war dieser Effekt jedoch nicht beobachtbar.

Professor Naveed Sattar, Experte für Herzgesundheit an der University of Glasgow, äußert Skepsis: „62 Prozent sind enorm. Weder Statine noch Blutdrucksenker erzielen das. Die fehlende Wirkung bei Gesunden deutet auf verbleibende Störfaktoren hin.“ Er betont: „Menschen, die nach einem Schlaganfall fit genug sind, sieben Tassen Tee zu trinken, könnten generell gesünder leben.“

Die genaue Verbindung zwischen Tee, Kaffee und Herzgesundheit ist unklar. Die Forscher vermuten Einfluss von Polyphenolen im grünen Tee. Weitere Studien sind nötig, um schützende Effekte zu bestätigen.

Sattar zweifelt an Polyphenolen: Kurzzeitstudien zeigten keine Vorteile gegenüber polyphenolarmen Getränken. Sein Rat: „Trinken Sie nicht extra Tee für die Gesundheit. Fokussieren Sie sich auf bewährte Maßnahmen: Weniger Salz, mehr Obst, Gemüse und Ballaststoffe, Kalorienreduktion und Bewegung. Ballaststoffe verbessern nach randomisierten Studien Risikofaktoren.“

Japanische Studie: Grüner Tee und Kaffee senken Sterberisiko bei Herz-Kreislauf-Patienten

Professor Hiroyasu Iso, Leitautor der Studie, fordert Daten zu Lebensstilfaktoren. Zubereitung sei entscheidend: In Japan wird grüner Tee zuckerfrei, Kaffee mit wenig Milch und Zucker getrunken. Übermäßiger Zucker fördert Herzprobleme.

Die Ergebnisse wurden für Rauchen und Diabetes angepasst, doch Selbstangaben der Teilnehmer begrenzen die Aussagenkraft. „Interessante Beobachtung, aber kein Kausalitätsbeweis“, fasst Sattar zusammen. Robuste randomisierte Studien zu Blutdruck, Cholesterin und Diabetes sind gefordert.

Grüner Tee und Kaffee sind keine Wundermittel, doch die Forschung hilft, Lebensstilfaktoren für Langlebigkeit besser zu verstehen. Bis dahin: Wasserkocher an!