DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

BRCA1-Mutation: Forscher entdecken präkrebsartige Veränderungen im Brustgewebe vor Tumor-Bildung

Forscher der University of Cambridge haben die frühesten Veränderungen in scheinbar gesundem Brustgewebe identifiziert, die lange vor der Entstehung von Tumoren auftreten könnten. In einer Studie an Mäusen zeigten Brustzellen mit BRCA1-Mutation Änderungen, die denen in der späten Schwangerschaft ähneln, noch bevor sie krebsartig werden.

Experten betonen: Diese bahnbrechende Frühforschung könnte Ärzten in Zukunft ermöglichen, Frauen mit BRCA1-Mutationen gezielt zu überwachen. So ließen sich Risikopatientinnen für vorbeugende Mastektomien besser auswählen – und andere beruhigen, die warten können.

Nicht alle Trägerinnen der Mutation entwickeln Brustkrebs. Eine unnötige oder vorzeitige Operation könnte so vermieden werden, sobald Frühwarnsignale erkannt sind.

Das Team unter Leitung von Karsten Bach und Dr. Sara Pensa vom Department of Pharmacology und Cancer Research UK Cambridge Institute analysierte Brustgewebe von 15 Mäusen unterschiedlichen Alters mit BRCA1-Mutation.

Sie stellten fest: Die Mutation aktiviert Signalwege in luminalen Vorläufer-Stammzellen, die normalerweise erst in der Schwangerschaft anspringen. Diese Wege wandeln Vorläuferzellen in Alveolarzellen um – die Milchproduktionskammern der Brust.

„Zuerst dachten wir, wir hätten die falschen Mäuse bekommen“, berichtet Co-Autor Karsten Bach, Doktorand am Department of Pharmacology and Cancer Research UK Cambridge Institute. „Dann wurde klar: Die BRCA1-Mutation simuliert eine Schwangerschaft im Gewebe. Diese Veränderungen treten extrem früh auf, vor jeglicher Tumorentdeckung. Marker dafür könnten Hochrisikopatientinnen überwachen.“

In Brustzellen von 12 Frauen mit BRCA1-Mutation nach vorbeugender Mastektomie fanden sich die Marker nur bei 4. Das deutet darauf hin, dass die Mehrheit kein akutes Tumor-Risiko hatte.

„BRCA-Mutationen erhöhen das Brustkrebsrisiko enorm – anders als bei Niere oder Lunge“, erklärt Dr. Sara Pensa, leitende Wissenschaftlerin an der Abteilung Pharmakologie und Wellcome-MRC Cambridge Stem Cell Institute. „Hormonaktivierung in der Schwangerschaft wird durch die Mutation nachgeahmt, was zu unkontrolliertem Zellwachstum führt.“

Diese Frühstudie erfordert weitere klinische Validierung. Das Team plant einen Bluttest zur Erkennung solcher Veränderungen.

Die von Cancer Research UK geförderte Arbeit erscheint in Nature Communications.