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Impfung allein stoppt COVID-19 nicht: Studie empfiehlt schrittweise Lockerung und hohe Impfraten

Es ist unwahrscheinlich, dass die Impfung allein Coronavirus-Infektionen im Vereinigten Königreich eindämmt. Eine schrittweise Wiedereröffnung kombiniert mit hoher Impfstoffaufnahme könnte jedoch zukünftige Wellen minimieren, wie eine neue Modellierungsstudie der University of Warwick zeigt.

Forscher der University of Warwick betonen: Die Impfung aller Erwachsenen erreicht keine Herdenimmunität und stoppt das Virus nicht vollständig. Stattdessen sind schrittweise Lockerung der Beschränkungen, hohe Impfraten und Impfstoffe mit starkem Infektionsschutz entscheidend, um Ausbrüche zu verringern.

In England sieht der Ausstiegsplan aus dem Lockdown eine vorsichtige, phasierte Aufhebung der Maßnahmen vor – vor allem nach der Impfung der vulnerabelsten Gruppen.

Die Experten der University of Warwick analysierten vorab reale Impfdaten und testeten verschiedene Infektionsschutz-Level der Impfstoffe in ihrer Studie, die in The Lancet Infectious Diseases erschienen ist. Sie modellierten Impfeinsatz und Lockerungsszenarien im UK von Januar 2021 bis Januar 2024, um R-Wert, Todesfälle und Krankenhausaufenthalte vorherzusagen.

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„Unsere Modellierung zeigt, dass Impfungen bei Erwachsenen allein die COVID-19-Ausbreitung im UK nicht stoppen werden“, erklärt Professor Matt Keeling von der University of Warwick. „Frühe, abrupte Lockerungen bergen das Risiko großer Wellen. Eine schrittweise Aufhebung über Monate dämpft Höhepunkte. Das erfolgreiche britische Impfprogramm plus Regierungsroadmap weckt Optimismus.“

„Zusätzlich bleiben Testen, Tracken, Isolieren, Hygiene, Masken in Risikobereichen und Super-Spreader-Überwachung länger nötig“, ergänzt er.

Die Impfung ist ein Schlüssel zur Pandemie-Ende. Das UK liegt weltweit auf Platz 3 bei verabreichten Dosen.

Das Modell basiert auf 95 % Impfung bei über 80-Jährigen, 85 % bei 50-79-Jährigen und 75 % bei 18-49-Jährigen. Es testete auch optimistische (95/90/85 %) und pessimistische (90/80/70 %) Szenarien. Impfstoffminister Nadhim Zahawi berichtete am 10. März: Ca. 94 % der Erwachsenen wollen sich impfen lassen.

Impfung allein stoppt COVID-19 nicht: Studie empfiehlt schrittweise Lockerung und hohe Impfraten

Schutz vor Symptomen: 88 % (Phase-3-Daten von Pfizer/BioNTech und Oxford/AstraZeneca). Infektionsschutz variierte: 0 %, 35 %, 60 %, 85 %.

Ergebnis: Impfung senkt R stark, reicht aber allein oft nicht unter 1. Im besten Fall (85 % Infektionsschutz): R bei 1,58 ohne weitere Maßnahmen.

Ohne R unter 1 führt volle Lockerung nach Impfung zu einer neuen Welle mit vielen Todesfällen. Wellengröße hängt von Timing, Dauer der Lockerung, Impfschutz und -aufnahme ab.

Teil-Lockerung ab Februar 2021: ~130.100 Todesfälle bis 2024. Ab April: 61.400. Ab Juni: 53.900.

Impfung allein stoppt COVID-19 nicht: Studie empfiehlt schrittweise Lockerung und hohe Impfraten

Vollständige Aufhebung Januar 2022 (85 % Infektionsschutz): ~21.400 Todesfälle.

Frühe Teil-Lockerung Februar: Peak 1.670 Todesfälle/Tag. Fünfmonatige schrittweise: 430/Tag. Zehnmonatige: 46/Tag.

„Neue Daten deuten auf besseren Schutz vor Schweren Verläufen hin als angenommen – das macht Wellen handhabbarer“, sagt Dr. Sam Moore von der University of Warwick.

Das Modell ignoriert Varianten, Immunitätsnachlassen oder einzelne Maßnahmen-Effekte.