Experten warnen: Babys, die bereits vor der Geburt und im ersten Lebensjahr Feinstaub ausgesetzt sind, laufen ein deutlich höheres Risiko, an allergischer Rhinitis zu erkranken – einer häufigen Ursache für Heuschnupfen.
Eine umfassende taiwanische Studie hat den Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung bei Jugendlichen und dem Risiko für allergische Rhinitis präzise beleuchtet.
Allergische Rhinitis ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut, ausgelöst durch Allergene wie Pollen, Staub, Schimmel oder Tierhaare. Bei Pollen als Auslöser spricht man von Heuschnupfen. Diese Erkrankung betrifft schätzungsweise jeden Fünften im Vereinigten Königreich.
Typische Symptome ähneln einer Erkältung: Niesen, Juckreiz sowie eine verstopfte oder laufende Nase, die unmittelbar nach Allergenkontakt auftreten.
Forscher aus Taiwan analysierten Daten von 140.000 Neugeborenen, um Zusammenhänge zwischen pränataler und postnatale Exposition gegenüber Feinstaub (PM2,5) und späterer allergischer Rhinitis zu untersuchen. Dazu nutzten sie Satellitendaten, meteorologische Variablen und Landnutzungsdaten. Von den Kindern entwickelten 47.000 später die Erkrankung.
Ein signifikanter Zusammenhang zeigte sich besonders von der 30. Schwangerschaftswoche bis zum Alter von einem Jahr.
Feinstaubkonzentrationen werden in Mikrogramm (µg) pro Kubikmeter Luft (µg/m³) gemessen. Jeder Anstieg um 10 µg/m³ erhöhte das Risiko für eine allergische Rhinitis-Diagnose um 30 Prozent.
„Unsere Studie liefert klare Hinweise, dass sowohl pränatale als auch postnatale PM2,5-Exposition mit der Entwicklung einer allergischen Rhinitis assoziiert ist“, schreiben die Autoren in der renommierten Fachzeitschrift Thorax. „Das kritische Zeitfenster liegt in der Spätschwangerschaft und im ersten Lebensjahr.“