Experten sind überzeugt: Impfstoffe können die COVID-19-Pandemie kontrollieren. Neue reale Daten aus Großbritannien, veröffentlicht von renommierten Forschern, belegen, dass Impfungen Infektionen senken und die Übertragung wahrscheinlich reduzieren.
Nur eine Dosis des Pfizer/BioNTech- oder AstraZeneca-Impfstoffs verringert Coronavirus-Fälle um zwei Drittel und schützt zu 74 Prozent vor symptomatischen Infektionen. Nach zwei Dosen von Pfizer zeigen sich in allen Fällen eine 70-prozentige Reduktion und bei symptomatischen Erkrankungen sogar ein 90-prozentiger Rückgang – genau bei denen, die das Virus am ehesten weitergeben.
Zu zwei Dosen AstraZeneca laufen noch weitere Analysen, doch die Ergebnisse bestätigen: Beide Impfstoffe wirken zuverlässig in der Praxis.
Eine zentrale Studie, noch vor Peer-Review, basiert auf der nationalen COVID-19-Infektionserhebung der University of Oxford und des Office for National Statistics (ONS). Sie umfasst eine Zufallsstichprobe von über 373.000 Erwachsenen in Großbritannien mit mehr als 1,6 Millionen Abstrichtests zwischen Dezember und April.
Professorin Sarah Walker von der University of Oxford, leitende Investigatorin, betont: Die Daten deuten darauf hin, dass Impfstoffe die Übertragung mindern – auch gegen die Kent-Variante. „Dass der Schutz bei hoher Viruslast und Symptomen so stark ausfällt, hat mich positiv überrascht. Beides erhöht das Übertragungsrisiko massiv“, so Walker.
Bei geimpften Personen ohne Symptome sank die Infektionsrate um 57 Prozent.
Dr. Koen Pouwels, leitender Forscher am Nuffield Department of Population Health der University of Oxford, ist „ziemlich zuversichtlich“, dass Impfstoffe die Weiterübertragung bremsen. „Der geringere Effekt bei asymptomatischen Fällen zeigt jedoch: Geimpfte können sich noch anstecken und weitergeben – wenn auch seltener. Deshalb bleiben Maßnahmen wie Abstand und Masken essenziell.“
Walker ist „vorsichtig optimistisch“: „Lockdowns sind langfristig keine Lösung. Impfstoffe sind der Schlüssel zur Kontrolle.“ Dennoch warnt sie: „Der Virus wirft uns immer wieder Knüppel zwischen die Beine – wir müssen wachsam bleiben.“

In einer weiteren Vorab-Studie des Teams löste eine Dosis AstraZeneca oder Pfizer bei 95 Prozent starke Antikörperreaktionen aus. Beide Impfstoffe halten Antikörper mindestens 10 Wochen stabil, trotz anfänglicher Unterschiede.
Professor David Eyre von der University of Oxford: Dies rechtfertigt die UK-Strategie, die zweite Dosis bis zu 12 Wochen zu verzögern.
Zwei Pfizer-Dosen bieten vergleichbaren Schutz wie eine frühere Infektion. Die Wirksamkeit hält bei über 75-Jährigen und Vorerkrankten genauso wie bei Jüngeren und Gesunden. Weniger als 5 Prozent reagierten schwach – hier ist eine zweite Dosis entscheidend.
Eyre: „Bei Älteren gleichen zwei Dosen eine natürliche Infektion; bei Jüngeren reicht oft eine. Die Booster-Dosis ist für maximalen Schutz unerlässlich.“
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