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Alzheimer: Britische Forscher enthüllen entscheidende Rolle von Mikroglia bei der Beschleunigung der Krankheit

Experten sehen in einer speziellen Gruppe von Immunzellen im Gehirn einen potenziellen Schlüssel zur Verlangsamung des Alzheimer-Fortschritts.

Britische Wissenschaftler der University of Southampton haben entdeckt, dass Mikroglia – die erste Abwehrlinie des zentralen Nervensystems gegen Infektionen – sich bei Kontakt mit schädlichen Amyloid-Proteinen vermehren, die mit Alzheimer assoziiert sind.

Statt das Gehirn zu schützen, werden diese Mikroglia durch ihr Wachstum dysfunktional und fördern den Aufbau des toxischen Amyloids, anstatt es abzubauen.

Die Ergebnisse, publiziert in der renommierten Fachzeitschrift Cell Reports, eröffnen neue Pfade für Therapien, die sich gezielt auf Mikroglia konzentrieren.

„Wir wussten bereits, dass Mikroglia auf toxisches Amyloid mit Vermehrung reagieren, um es einzuschließen – typisch für Immunzellen“, erklärt Leitender Forscher Dr. Diego Gomez-Nicola von der University of Southampton. „Erstmals zeigen wir nun die langfristigen Folgen dieser Proliferation auf Zellen und Krankheitsverlauf.“

Die Studie untersuchte Mikroglia-Effekte bei Mäusen mit Alzheimer-ähnlichen Symptomen und replizierte die Befunde in Gehirnproben verstorbener Patienten.

Durch Hemmung des Mikroglia-Wachstums bei Mäusen konnten die Forscher die Dysfunktion verlangsamen und den Amyloid-Gehalt im Gehirn signifikant senken.

Die Entdeckung verspricht „große Auswirkungen“ auf Strategien zur Bremsung von Alzheimer.

„Diese spezielle Mikroglia-Gruppe hat einen tiefgreifenden Einfluss auf die Beschleunigung der Alzheimer-Krankheit“, betont Gomez-Nicola.

„Sie gibt nicht nur Einblick in den Krankheitsausbruch, sondern erlaubt gezielte Forschungs- und Arzneimittelentwicklung gegen diese seneszenten Zellen – für schnellere Therapie-Durchbrüche.“

In Großbritannien leiden rund 850.000 Menschen an Demenz, eine Zahl, die bis 2040 auf 1,6 Millionen steigen soll.