Haben Sie sich je den Zeh gestoßen und reflexartig geflucht? Dieser Moment zeigt, warum Fluchen so anziehend ist: Es hilft, Schmerzen zu bewältigen. Psychologen haben das in kontrollierten Laborexperimenten bestätigt. Freiwillige, die beim Eintauchen der Hand in eiskaltes Wasser fluchten, hielten sie deutlich länger aus als jene, die schwiegen oder neutrale Wörter sprachen.
Eine Erklärung: Fluchen löst eine starke emotionale Reaktion im Gehirn und Körper aus. Es erhöht Herzfrequenz und Schweißproduktion – klassische Zeichen des 'Kampf-oder-Flucht'-Modus.
Interessant ist auch, wie unser Gehirn Schimpfwörter verarbeitet. Menschen mit Aphasie, deren Sprachfähigkeit durch Hirnschäden beeinträchtigt ist, behalten oft die Fähigkeit zu fluchen.
Fluchen kann sogar die körperliche Kraft steigern. In einer Studie zeigten Teilnehmer eine stärkere Griffkraft, wenn sie während des Tests fluchten – möglicherweise, weil es die Anstrengung erleichtert.
Nutzen Sie diese 'Superkraft' jedoch sparsam. Neuere Forschung zeigt: Bei häufigem Fluchen im Alltag nimmt der schmerzlindernde Effekt ab.
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