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Mythos widerlegt: Hygiene schadet dem kindlichen Immunsystem nicht

Es heißt oft, unsere moderne Gesellschaft sei „zu sauber“ und schwäche dadurch das Immunsystem im Vergleich zu früheren Generationen. Forscher der University College London (UCL) und der London School of Hygiene & Tropical Medicine widerlegen dies jedoch: Sauberkeit im Haushalt bleibt entscheidend, um Infektionen zu verhindern.

Die Raten von Asthma und Allergien bei Kindern sind seit der Industriellen Revolution gestiegen. 1989 schlug der Epidemiologe Prof. David Strachan die Hygiene-Hypothese vor: Weniger Infektionen in der Kindheit trainierten das Immunsystem nicht ausreichend, was zu Allergien wie Heuschnupfen führe.

Exposition gegenüber Mikroben ist für ein gesundes Immunsystem essenziell, betonen die Experten – doch nicht gegen jede Infektion und nicht jeder Mikrobe. Ihre Analyse zeigt: Die benötigten Mikroben stammen aus der natürlichen Umwelt, nicht aus potenziell pathogenen Keimen im Haushalt.

„Mikroorganismen in jungen Jahren formen Immun- und Stoffwechselsystem“, erklärt Prof. Graham Rook, emeritierter Medizinischer Mikrobiologe an der UCL und Leitautor der Studie.

„Diese Organismen auf Darm, Haut und Atemwegen erhalten unsere Gesundheit lebenslang. Sie kommen hauptsächlich von Müttern, Familienmitgliedern und der Natur – wir brauchen sie ein Leben lang.“

„Seit über 20 Jahren suggeriert ein Narrativ, dass lebensnotwendige Hygiene gegen Krankheitserreger auch nützliche Mikroben blockiert. Das ist falsch.“

Die Forscher nennen eine Alternative für steigende Allergien: Epidemiologische Studien assoziieren Haushaltssauberkeit mit Allergien – doch nicht durch fehlende Mikroben, sondern durch Reinigungsprodukte. Diese enthalten oft flüchtige organische Verbindungen (VOCs), Hauptverursacher der Innenraumluftverschmutzung. Kinder, die VOCs einatmen, können Lüngenschäden erleiden, die Allergien begünsten.

Impfstoffe sind zudem unverzichtbar für das sich entwickelnde Kindesimmunsystem.

„Hausreinigung und persönliche Hygiene sind gut, solange sie Hände und Oberflächen priorisieren, die Infektionen übertragen“, betont Rook. „Zielgerichtete Reinigung minimiert Kinderkontakt mit Mitteln.“

„Mutter, Familie, Natur und Impfungen reichen für mikrobielle Stimulation – kompatibel mit smarter Hygiene.“