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Sicher Kaltwasserschwimmen ausprobieren: Ein wissenschaftlich fundierter Leitfaden

Seen, Flüsse oder das Meer – in Großbritannien gilt jedes ungehitzte Freiwasserschwimmen als Kaltwasserschwimmen. Als passionierter Praktizierender schätze ich die Zeit in der Natur und die Tradition, die dahintersteckt.

Viele berichten von positiven Effekten

Es gibt reichlich anekdotische Berichte: Kaltwasserschwimmen kann bei Depressionen, Schmerzen und Migräne lindern. Manche Frauen in den Wechseljahren erleben weniger oder mildere Hitzewallungen.

Diese Erfahrungen sind wertvoll, doch wissenschaftliche Belege fehlten lange. Das ändert sich nun: Forscher untersuchen, wer profitiert, welche Effekte es hat und welche Mechanismen wirken.

Möglicher Schutz vor Demenz

Eine Studie der University of Cambridge deutet hin, dass Kaltwasserschwimmen Demenz vorbeugen könnte. Winterschwimmer im unbeheizten Parliament Hill Lido in London zeigten im Vergleich zu Tai-Chi-Anhängern höhere Werte eines schü tzenden Proteins gegen neuronale Degeneration.

Der Kälteschock: Starke Reaktionen

Das Keuchen, der Herzrasen und Blutdruckanstieg sind typisch für den Kälteschock. Bei Vorerkrankungen kann das riskant sein – auch Ertrinken durch aspiriertes Wasser droht. 2020 starben im Vereinigten Königreich rund 250 Menschen durch unfreiwilliges Eintauchen in kaltes Wasser.

Sicher starten

Bei Vorerkrankungen: Zuerst den Arzt konsultieren. Niemals allein schwimmen. Schließen Sie sich lokalen Gruppen an – sie bieten Wissen und Gemeinschaft.

Ausrüstung nicht vergessen

Im Sommer reichen Badeanzug, Handtuch und Flip-Flops. Für längere Sessions oder Winter: Neoprenanzug oder -handschuhe. Günstig und hilfreich zum Warmhalten danach.

Langsam einsteigen

Planen Sie den Ausstieg im Voraus. Bei schwierigem Zugang Zeit einplanen. Langsam eintauchen minimiert den Schock. Alternativ: Wasser auf Beine, Arme, Rumpf spritzen. Atmen Sie durch, bis Sie flüssig sprechen können – dann erst schwimmen.

Kurz und knackig

Anfänger: 5–10 Minuten reichen. Optimale Dosis unbekannt, aber Kälte ermüdet schnell. Wenn's keinen Spaß macht, raus.

Ausstieg vor dem Ende

Gehen Sie, während Sie noch Lust haben. Schnell abtrocknen, anziehen, warm werden. Mitnehmen: Warme Flasche zum Halten und Trinken.

Mit laufender Forschung können bald klare Vorteile bewiesen werden. Bis dahin: Genießen und sicher bleiben.

  • Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 366 des BBC Science Focus Magazine.