Die BBC-Moderatorin Naga Munchetty teilte am 21. Juni in ihrer Sendung bei Radio 5 Live eines ihrer traumatischsten körperlichen Erlebnisse. Vor einigen Jahren ließ sie ihren Hausarzt ein empfängnisverhütendes Intrauterinpessar (IUP) einsetzen. Inspiriert von Caitlin Morans Kolumne in The Times, die eine erschütternd ähnliche Erfahrung beschrieb, sprach sie offen darüber.
Munchettys Gebärmutterhals wurde erweitert, um das 32-mm-T-förmige Gerät aus mit Kupferdraht umwickeltem Kunststoff einzuführen. Der Schmerz war so intensiv, dass ihre Schreie die Wartenden im Wartezimmer, einschließlich ihres Mannes, entsetzten.
Der Arzt und die Krankenschwester zeigten Mitgefühl. Auf halbem Weg fragte man sie, ob sie abbrechen wolle – doch entschlossen, durchzuhalten, machte sie weiter. Keine Schmerzlinderung wie Lokalanästhesie oder Sedierung wurde angeboten. Vor Abschluss der Prozedur ohnmachtete sie zweimal.
Munchetty betont: Das IUP – oder "Spirale" – ist eine sichere, reversible Langzeitverhütung. Es wirkt 5 bis 12 Jahre, verhindert zu über 99 % eine Schwangerschaft und ist neben der Sterilisation die effektivste Methode.
Praktisch und komplikationsärmer als viele Alternativen: Keine tägliche Pille, kein Sex-Unterbruch – schützt aber nicht vor STIs. Risiko für Beckentzündungen ist minimal. Ca. 1 von 20 IUPs rutscht heraus, ohne hormonelle Nebenwirkungen wie Thrombosen.
Langfristig mögliche Effekte: Stärkere Perioden, Krämpfe – oft abnehmend mit Alter. 84 % behalten die Kupferspirale über 12 Monate. 65 % sind "sehr zufrieden", ähnlich wie bei Pille (41 %) oder Implantat (54 %).
So wirkt die Kupferspirale
Ohne Hormone: Kupfer löst entzündliche Reaktionen im Zervixschleim aus, toxisch für Spermien. Verhindert Befruchtung oder Einnistung – ideal als Notfallverhütung.

Entfernung jederzeit möglich über Fäden. Beeinträchtigt Fruchtbarkeit nicht. Weltweit beliebt: 159 Mio. Frauen (15–49 Jahre) nutzen IUPs seit den 1970ern.
Munchetty wollte nicht abschrecken, sondern auf Frauen-Schmerz aufmerksam machen: "Es geht um die Wahrnehmung von Frauen-Gesundheit und -Schmerz."
Der Gender Pain Gap
Der IUP-Einlage-Schmerz symbolisiert breitere Defizite in der Behandlung weiblicher Schmerzen. Der "Gender Pain Gap" beschreibt, wie Frauen-Schmerzen oft bagatellisiert werden.
Seit der 2001-Studie "The Girl Who Cried Pain" (Hoffmann/Tarzian) ist bekannt: Stereotype führen zu psychologischen statt körperlichen Zuschreibungen. 2018-Analyse (Schweden): Frauen-Schmerz wird "psychologisiert" und weniger ernst genommen.
Subjektiver Schmerz erfordert gutes Zuhören – Frauen stoßen hier auf Barrieren durch Vorurteile, besonders bei gynäkologischen Eingriffen.
"Frauen müssen Schmerzen ertragen", heißt es oft. Lucy Cohen startete Umfrage nach schmerzhafter IUP-Einlage: "Warum unnötig leiden, wenn Schmerzlinderung möglich ist?"

Cohen, hormonell unverträglich, erlebte drei Versuche wegen retrovertiertem Uterus. Paracetamol reichte nicht; keine weitere Linderung.
Ihre Umfrage (1.500 Frauen): 93 % Schmerzen, 25 %+ "unerträglich". 71 % fühlten sich unzureichend informiert.
Warum schmerzt die IUP-Einlage?
Schritte: Spekulum, Tenaculum-Stabilisierung, Sondierung, Einführung. Jeder kann schmerzen.
NHS: Lokalanästhesie möglich – doch nicht überall angeboten. RCOG/FSRH (Dr. Mansour): Immer Schmerzmanagement, ggf. Sedierung/Narkose empfehlen.

Frauen verdienen info, Optionen und Respekt. Debatte stärkt Autonomie. Bandbreite Erfahrungen anerkennen, fundierte Entscheidungen ermöglichen – für eine empathischere Medizin.