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Olympia-Marathon: Warum Frauen in Ultra-Ausdauerwettkämpfen Männer übertreffen könnten

Bei jedem Marathon, den Sie gesehen haben, scheint es, als würden Männer Frauen im Sport klar überlegen.

Eine aktuelle Übersichtsarbeit in der renommierten Fachzeitschrift Sports Medicine beleuchtet dies jedoch neu. Sie zeigt: Im Ultra-Ausdauerbereich (Wettkämpfe über sechs Stunden) beträgt der Leistungsunterschied zwischen Männern und Frauen nur 4 %, während er im klassischen Ausdauersport bei rund 10 % liegt.

Je länger die Distanz, desto geringer der Abstand – bis hin zu Events wie Ultra-Schwimmen, wo Frauen Männer überholen. Beim 45,8 km langen Marathonschwimmen um Manhattan Island waren die besten Frauen in den letzten 30 Jahren im Schnitt 12 bis 14 % schneller als die besten Männer.

Physiologisch erklären Experten dies mit Muskelfasertypen: Männer haben mehr Typ-II-Fasern (schnell zuckend, ideal für Sprints), Frauen mehr Typ-I-Fasern (langsam zuckend, ermüdungsresistent – perfekt für Ultra-Events).

Frauen nutzen Fett effizienter als Energiequelle und sparen so Glykogenreserven, was "an die Wand gehen" minimiert. Studien belegen zudem, dass sie ein gleichmäßigeres Tempo halten und weniger früh überfordern.

Sportpsychologen ergänzen: Frauen ertragen Schmerz besser, reinterpretieren Erschöpfung und fokussieren sich auf den Prozess statt nur das Ziel – entscheidend für Top-Leistungen.

Trotz überzeugender Theorien bleibt Vorsicht geboten: Ultra-Events sind nischig, mit wenigen Frauen; direkte Vergleiche rar. Mit mehr Teilnehmerinnen wird Klarheit entstehen.