Gute Nachrichten! Dank Impfstoffen, gesunder Ernährung und medizinischen Innovationen hat sich die Lebenserwartung im vergangenen Jahrhundert nahezu verdoppelt – von rund 35 Jahren im Jahr 1900 auf heute über 70 Jahre.
Aber Sie möchten mehr? Viele Menschen teilen diesen Wunsch, das Leben noch weiter zu verlängern. Besonders in Silicon-Valley-Kreisen wird von einer Lebensspanne bis in die 90er gehandelt, mit einem Gehirn so frisch wie das eines 12-Jährigen. Manche träumen sogar von Gehirnen in Gläsern, die das Ende der Sonne erleben.
Was ist die maximale Lebensspanne des Menschen?
Solche Visionen könnten eines Tages so veraltet wirken wie das mythische Lebenselixier. Unsere Zellen sind nicht für die Ewigkeit konzipiert. Körper und Gene dienen der Fortpflanzung und Vermehrung.
Die Evolution begünstigt den Tod: Lange lebende Individuen werden zu Belastung – gefressen, ausmanövriert oder von Umwelteinflüssen zerstört. So ist das Altern in unsere DNA eingeschrieben.
Selbst ohne Krankheiten würden Körper nach 100 Jahren altern: Erholungsschwierigkeiten, Vergesslichkeit. Eine Studie in Nature (Mai 2021) bestätigt dies anhand von Daten von 500.000 Probanden aus Russland, USA und Großbritannien. Die maximale Spanne liegt bei 120 bis höchstens 150 Jahren, bedingt durch kumulierende DNA-Schäden, die zum "ultimativen anhaltenden Tod" führen.

Bieten Tiere Lösungen? Ja, sagen Experten. Hummer schützen DNA-Enden mit einem Enzym; Spulwürmer altern in Zeitlupe bei Nahrungsknappheit; Nacktmulle minimieren Schäden durch freie Radikale und erreichen 30 Jahre (im Gegensatz zu 2–3 Jahren bei anderen Nagetieren).
Können wir diese Gene "bio-hacken"? Möglich, wenn auch nicht bald. Längeres, gesünderes Leben ist denkbar.
Wie lang ist lang genug?
Trotz Fortschritten bleibt die Frage: Genügt es nicht? 200-Jährige würden dasselbe fragen. Das Altern zu "heilen" ist illusorisch – wie Kindheit oder Geburt. Der Tod bleibt. Freuen Sie sich: Keine Generation lebte länger. Heilen Sie Ihre Todesangst, nicht den Tod selbst.