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Vor 12.000 Jahren: Frühe Menschen in Israel nutzten hochentwickelte Angelhaken

Eine aktuelle Studie belegt: Menschen im Nahen Osten setzten vor mindestens 12.000 Jahren ausgeklügelte Fischereiwerkzeuge ein.

Die Erforschung antiker Fischtechniken ist herausfordernd, da Materialien wie Pflanzenfasern und Holz vergänglich sind. Eine der größten Sammlungen früher Fischereigeräte erlaubte Forschern jedoch tiefe Einblicke.

Das Team unter Leitung von Antonella Pedergnana vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum (Archäologisches Forschungsinstitut) in Deutschland analysierte 19 Angelhaken aus Knochen sowie sechs Rillensteine aus der Jordan River Dureijat (JRD)-Fundstelle im Hula-Tal, Nordisrael. Die Rillensteine dienten vermutlich als Gewichte.

„Die Haken ähneln modernen Exemplaren verblüffend – in Größe, Merkmalen wie Widerhaken und Fertigungsqualität“, erklärt Prof. Gonen Sharon vom Tel Hai College in Israel. „Zudem zeigen sie seltene Eigenschaften, etwa einen äußeren unteren Widerhaken als ‚Punkt ohne Wiederkehr‘, der einem entkommenen Fisch den Ausbruch verwehrt.“

Diese Techniken entstanden in einer entscheidenden Phase der Menschheitsgeschichte: dem Übergang von nomadischen Jägern-Sammlern zu sesshaften Ackerbauern. Die JRD-Bewohner lebten in Steinhäusern, jagten und sammelten, verließen sich jedoch stark auf Fisch – eine nachhaltige Ressource, ganzjährig verfügbar und schnell erneuerbar.

Die Vielfalt der Haken unterstreicht ihr Fachwissen: „Kein Haken gleicht dem anderen – unterschiedlich in Größe, Ausstattung und Stil“, betont Sharon. „Diese Variabilität spiegelt profundes Verständnis für Fischverhalten wider.“

„Sie kannten präzise, welche Hakengröße und -eigenschaften für jede Fischart und -größe optimal sind, um beste Fangquoten zu erzielen.“

Aus lokalen Fischgräten wissen wir: Die Fänge reichten von winzigen Fischen bis zu über 2 Meter langen Riesen-Karpfen.

Trotz Ähnlichkeiten zu modernen Haken gab es Unterschiede: „Die JRD-Fischer bohrten keine Löcher – möglicherweise wegen der Knochenstabilität –, nutzten stattdessen raffinierte Befestigungen wie Rillen, Ausbuchtungen, Knoten oder Kleber für Schnur und Beschwerung.“

Rillen und Pflanzenfaserreste an den Hakenkrümmungen deuten auf Kunstköder hin.

„Fliegenfischen zeugt von umfassendem Fischwissen“, sagt Sharon. „Sie verstanden, dass bestimmte Arten Insekten an der Oberfläche jagen und auf künstliche Fliegen beißen. Vor 13.000 Jahren beherrschten sie die Fische des Hula-Sees perfekt.“