Einer der Hauptgründe für die Langlebigkeit von Doctor Who – sowohl der Serie als auch der ikonischen Figur – ist das faszinierende Konzept der Regeneration. Stirbt der Doktor, erneuert er sich: Zellen werden umprogrammiert, Wunden geheilt, Gliedmaßen nachgewachsen. Jodie Whittakers 13. Doktor durchläuft diesen Prozess bald in ihrer finalen Staffel, die seit dem 31. Oktober auf BBC One läuft.
Die Vorstellung, dass eine Person durch Regeneration zu einer völlig anderen wird, klingt futuristisch. Doch die Grundlagen – Lebensverlängerung und Nachwachsen von Körperteilen – sind bei Tieren wissenschaftlich belegt. Eines Tages könnten sie auch für uns Menschen greifen.
"Ich bin alt genug, um zu sagen: Sag niemals nie", erklärt Alejandro Sánchez Alvarado, Molekularbiologe am Stowers Institute for Medical Research in Kansas. Er erforscht die außergewöhnlichen Regenerationsfähigkeiten von Planarien, flachen Plattwürmern. Erinnert Ihr Euch an die Doctor Who-Episode, in der ein neuer David Tennant aus der abgetrennten Hand des 10. Doktors entsteht? Planarien tun das routinemäßig. "Sie können in beliebige Stücke geschnitten werden – aus jedem entsteht ein vollständiges Tier", beschreibt Alvarado.
Weitere Beispiele: Rehe wachsen ihr Geweih exakt nach, Stachelmaus-Haut regeneriert sich nach Verletzungen, Salamander und Molche reparieren Gliedmaßen und Organe. Schnecken bilden komplexe Augen neu, und bestimmte Hemichordate wachsen nach Enthauptung einen Kopf nach.
Diese Tiere vernarben selten, halten Wundepidermis mit darunterliegendem Gewebe in Kontakt und verfügen über reichlich plastische Stammzellen. Doch warum entwickeln manche Arten diese Fähigkeiten und Menschen nicht? "Das sind die Fragen, mit denen wir ringen", sagt Alvarado.
Menschen regenerieren begrenzt: Die Leber repariert sich selbst, das Blutsystem erneuert sich kontinuierlich. Bei offenen Wunden können Fingerspitzen nachwachsen. "Verlieren Sie den Finger, behalten Sie aber die Nagelbasis – dort sitzen Stammzellen, die Nagel, Binde- und Knochengewebe bilden", erläutert Alvarado.

Solche Fähigkeiten deuten auf schlafende Potenziale hin. "Wenn wir sie einst hatten, warum verloren?", fragt Alvarado. Theorien reichen von Konflikten mit Intelligenz bis zu Krebsprävention. Er ist optimistisch: "Unser molekularer Werkzeugkasten gleicht dem regenerationsfähiger Wirbeltiere. In 30–40 Jahren könnten wir Gewebe regenerieren – Amputationen rückgängig machen oder herzinfarktgeschädigte Herzen heilen." Genug Zeit für eine Zeitreisende Telefonzelle.
Urteil: Aktuell unmöglich, doch die Medizin könnte menschliche Regeneration bald ermöglichen.
- Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 369 des BBC Science Focus Magazine.