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Oxford-Forscher revolutionieren Krebsdiagnose: Neuer Bluttest erkennt Metastasen bei 94 % der Patienten

Krebsforscher der University of Oxford haben einen bahnbrechenden Bluttest entwickelt, der nicht nur Krebs nachweist, sondern auch dessen Ausbreitung im Körper präzise erfasst. Dieser Meilenstein könnte Diagnose und Therapie erheblich verbessern.

Aktuell müssen Patienten mit Krebsverdacht umfangreiche Bildgebungen und Untersuchungen über sich ergehen lassen, um Metastasen zu bestätigen. Metastatisch verbreiteter Krebs erfordert eine andere Behandlungsstrategie als lokal begrenzte Tumore.

Bei lokalem Krebs reicht oft eine Operation, während metastasierter Krebs systemische Therapien wie Chemotherapie oder Hormonbehandlung notwendig macht. Der neue Test liefert diese entscheidenden Infos schneller und zuverlässiger.

In einer Studie mit 300 Patienten identifizierte der Test metastasierenden Krebs bei beeindruckenden 94 Prozent.

Die innovative Methode basiert auf NMR-Metabolomik, die spezifische Biomarker – sogenannte Metaboliten – im Blut analysiert. „Metaboliten sind kleine Moleküle wie Glukose, Milchsäure oder Aminosäuren“, erklärt Onkologe Dr. James Larkin, Mitwirkender der Studie. „Ihr Muster im Blut verändert sich bei Krankheiten wie Krebs charakteristisch.”

Metastasierter Krebs erzeugt ein einzigartiges metabolomisches Profil, das sich klar von lokalem Krebs oder gesundem Gewebe unterscheidet.

NMR-Metabolomik eröffnet Potenzial für die Diagnose vieler Erkrankungen. „Wir nutzen Tumormetaboliten als Biomarker für präzise Krebsdiagnostik“, betont Larkin. Bereits bei Multipler Sklerose hat die Technologie frühe Fortschreitungen erkannt, bevor Kliniker sie feststellten.

„Die Methode zeigt Versprechen bei Erkrankungen wie Neuromyelitis optica oder Colitis ulcerosa.”

Oxford-Forscher revolutionieren Krebsdiagnose: Neuer Bluttest erkennt Metastasen bei 94 % der Patienten

„Wir stehen erst am Anfang dessen, was NMR-Metabolomik leisten kann“, so Larkin optimistisch.

Der Test eignet sich ideal für unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder Gewichtsverlust, die oft übersehen werden. Als Routine-Bluttest könnte er Krebsverdacht früh aufdecken.

Bis zur breiten Anwendung bei Hausärzten ist jedoch noch Pfad zu gehen: Regulatorische Zulassung steht aus.

„Nächste Schritte: Finanzierung für ein Oxford-Spinout, klinische Studie mit 2.000–3.000 Patienten in Großbritannien“, skizziert Larkin. „Ziel: Jeder Hausarzt kann den Test anfordern.”

Dr. Fay Probert, leitende Forscherin, ergänzt: „Der Test priorisiert Patienten mit Krebsverdacht und liefert frühe Infos für optimale Therapie.”