Obwohl Burnout in den Medien und Gesprächen allgegenwärtig ist, überrascht es viele: Es gilt nicht als medizinische Krankheit oder klinischer Zustand. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert Burnout als Berufsphänomen.
Burnout findet sich in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11), dem offiziellen WHO-Katalog aller anerkannten Gesundheitsprobleme.
Es wird jedoch unter den „Faktoren, die den Gesundheitszustand oder den Kontakt mit Gesundheitsdiensten beeinflussen“ geführt. Diese Kategorie umfasst Umstände, die zu schweren Gesundheitsstörungen führen können, aber keine eigenständigen Erkrankungen darstellen. Burnout steht damit auf einer Stufe mit Autounfällen oder Sportverletzungen – nicht mit Infektionen oder psychischen Störungen.
Das mindert keineswegs die Ernsthaftigkeit von Burnout. Niemand würde leugnen, dass ein Autounfall medizinische Hilfe erfordert. Doch „Autounfälle“ sind keine Krankheit, sondern eine gesundheitsschädliche Folge moderner Lebensumstände. Genau so ergeht es Burnout.
Was bewirkt Burnout bei uns?
Die WHO beschreibt Burnout durch drei Kern-Dimensionen:
- Gefühle von Energiemangel oder Erschöpfung (Betroffene berichten oft von starkem Motivations- und Energiemangel).
- Erhöhte mentale Distanz zur Arbeit oder Gefühle von Negativismus bzw. Zynismus bezüglich der eigenen Arbeit (Betroffene kümmern sich weniger um ihre Aufgaben oder empfinden sogar Ärger darüber).
- Eingeschränkte berufliche Leistungsfähigkeit (Die Arbeitqualität leidet merklich).
Es gibt eine einheitliche Burnout-Form, doch Ursachen und Ausprägungen variieren stark. Die WHO definiert es als „Syndrom, das aus chronischem Arbeitsstress resultiert, der nicht erfolgreich bewältigt wurde“. Kurz: Burnout entsteht, wenn der Job über längere Zeit zu belastend wird.
Stress ist subjektiv, und jeder Beruf birgt Risiken für anhaltenden Druck. Daher tritt Burnout aus vielfältigen Gründen auf – und wirkt mal anders, mal ähnlich.
Wichtig: Burnout gilt ausschließlich als Berufsphänomen. Es resultiert immer aus Arbeitsstress. Belastungen außerhalb der Arbeit können ähnliche Symptome verursachen, fallen aber nicht unter Burnout.
- Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 372 des BBC Science Focus Magazine –