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Dr. Michael Mosley: Warum Fitnessstudio-Hasser sich nicht schuldig fühlen müssen

Für viele markiert das neue Jahr den Start mit Laufen oder einem Fitnessstudio-Besuch – in der Hoffnung, Weihnachtskilos und COVID-Zuwachs loszuwerden.

Ich schließe mich nicht an: Ich hasse Fitnessstudios, und Joggen bedeutet für mich nur Schmerz bis zur Erleichterung beim Aufhören. Stattdessen setze ich auf zügige Spaziergänge und Radtouren – sie fördern meine Gesundheit und senken das Depressionsrisiko.

Vor Jahren analysierten Forscher des Massachusetts General Hospital in JAMA Psychiatry Daten von fast 8.000 Freiwilligen der Partners Healthcare Biobank. Diese wurden genetisch auf Depressionsrisiko getestet und fragten zu Lebensgewohnheiten, inklusive Aktivität.

Ergebnis: Höheres genetisches Risiko erhöhte die Depressionswahrscheinlichkeit. Doch körperlich Aktive – unabhängig vom Genstatus – waren deutlich seltener betroffen als Inaktive.

Vier Stunden Sport wöchentlich (ca. 35 Minuten täglich) senken das Risiko um 17 %, unabhängig von Genen. Mögliche Erklärung: Steigende Endocannabinoide, die für "Runner's High" sorgen.

Endocannabinoide sind körpereigene Stoffe, die Schlaf, Appetit, Schmerz, Gedächtnis und Stimmung beeinflussen.

In der BBC-Serie Trust Me, I’m A Doctor testete ich mit Prof. Saoirse O’Sullivan von der Nottingham University dies: Bei Freiwilligen stiegen Endocannabinoide nach 30 Minuten Laufen messbar an – für Stunden.

Eine Teilnehmerin mit schweren Depressionen schwört auf Laufen zur Kontrolle. Bei mir fehlte der Anstieg – erklärt meine Abneigung. Trotzdem trainiere ich weiter, wenn auch ohne Lächeln.

  • Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 372 des BBC Science Focus Magazine.