Ein bahnbrechendes Gen in der Gerste, das für Dürretoleranz verantwortlich ist, könnte Nutzpflanzen vor den Folgen des Klimawandels wappnen. Experten der Heriot-Watt-Universität sehen darin einen Meilenstein für die zukunftssichere Landwirtschaft.
Das Forschungsteam unter Leitung von Dr. Peter Morris isolierte nach fast fünf Jahren intensiver Arbeit das spezifische Gen HvMYB1 aus über 39.000 Genen der Gerste.
Labor- und Feldtests bestätigten: Pflanzen mit erhöhter Expression dieses Gens überstehen Trockenperioden deutlich besser.
Diese Entdeckung hat weitreichende Folgen für die Getreideindustrie, die zunehmend unter klimabedingter Dürre leidet. Besonders betroffen war die europäische Ernte 2018 durch einen extrem heißen und trockenen Sommer, der Erträge und Qualität massiv minderte.
"Durch die Erhöhung der Expression von HvMYB1 in Testpflanzen und die Simulation von Dürrebedingungen konnten wir nachweisen, dass diese Pflanzen längere Trockenphasen überleben", erklärt Dr. Morris. "Dies ermöglicht die Züchtung resistenter Sorten und sichert die Versorgungskontinuität."
Dr. Morris betont die Relevanz für Schlüsselbranchen wie die Scotch-Whisky-Produktion, ein Top-Exportgut Großbritanniens, sowie für Weizen, Mais und Reis.

Die Studie wurde von der Scotch Whisky Association und Interface gefördert, die Industrie mit akademischer Expertise verbindet. Ergebnisse erschienen im Journal of Plant Physiology and Biochemistry.