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Plastikmüll auf Deponien reduzieren: Experten-Tipps für mehr Nachhaltigkeit

Wählen Sie Ihre Tragetaschen bewusst aus

Seit 2011 erhebt Wales eine Gebühr von 5 Pence für Einweg-Plastiktüten – Nordirland und Schottland folgten, England schloss sich 2015 an. Diese Maßnahme hat enorm gewirkt: In England allein sanken die Einweg-Plastiktüten um geschätzte 13 Milliarden Stück, eine Reduktion um 86 Prozent.

Eine Untersuchung des Meeresbodens um Großbritannien aus dem Jahr 2018 zeigte 30 % weniger Plastiktüten als vor der Gebühreneinführung.

Beim Ersatz Ihrer Einwegbeutel sollten Sie jedoch genau hinsehen – es ist nicht alles so einfach, wie es scheint.

Biologisch abbaubare Tüten klingen vielversprechend, da sie von Bakterien zersetzt werden sollen. Doch sie benötigen spezielle Bedingungen. Eine Studie der University of Plymouth ergab: Im Boden oder Meer blieben sie nach drei Jahren noch als intakte Einkaufstüte erhalten.

Baumwolltaschen als Alternative? Nicht immer ideal. Ihre Herstellung verbraucht viel Energie, Wasser, Dünger und Pestizide, und sie sind nicht recycelbar. Eine dänische Studie berechnet: Eine Baumwolltasche muss über 7.000 Mal genutzt werden, um die Umweltbelastung einer Einweg-Plastiktüte einzuholen – ohne Berücksichtigung von Abfall.

Optimieren Sie Ihr Recycling

Eine Studie der University of Leeds von 2018 zeigt: Nur 16 % der gesammelten Haushaltskunststoffe werden tatsächlich recycelt.

Dr. Sharon George, Dozentin für grüne Technologie und ökologische Nachhaltigkeit an der Keele University, erklärt: „Kunststoffrecyclingballen werden oft durch falsche Sorten kontaminiert. Viel Abfall wird abgelehnt, weil unerwünschte Materialien dabei sind. Mehr Achtsamkeit stellt sicher, dass er recycelt wird.“

Lebensmittelverpackungen sind besonders problematisch. „Sie mindern den Wert des Abfalls, wenn sie nicht ausgespült sind“, betont George.

Das Entfernen von Verunreinigungen kostet teures recycelbares Material: Eine Analyse von Croner-i zeigt, dass beim Herausfiltern einer Verunreinigung mehrere Kilogramm gutes Material verloren gehen.

Am wichtigsten: Informieren Sie sich über lokale Recyclingregeln, rät George. Nicht jeder Plastik ist recycelbar. „Falsches Recycling kann eine ganze Charge unbrauchbar machen – sie landet dann auf Deponie oder im Verbrennungsofen.“

Minimieren Sie Lebensmittelverpackungen

Jeder Europäer wirft jährlich 30 Kilogramm Plastik-Lebensmittelverpackung weg. Offensichtliche Übeltäter wie das „Blumenkohlsteak“ von Marks & Spencer (eine Scheibe in Plastikschale und -folie) sind nur die Spitze des Eisbergs.

Kaufen Sie Obst und Gemüse lose. Waitrose testet in einem Oxford-Laden verpackungsfreie Produkte wie Nudeln, Reis, Bier, Wein und Reiniger – Kunden bringen eigene Behälter mit.

Weniger Verpackung ist gut, aber recycelbar ist entscheidend. „Wählen Sie an der Kasse den recycelbaren Behälter“, rät George. „Zwischen zwei Produkten: Nehmen Sie das mit dem recyclebaren Plastik.“

Sind Einweg-Lebensmittelverpackungen immer schlecht?

Viele Lebensmittel überstehen Transport ohne Plastik. Doch bei manchen verlängert es die Haltbarkeit erheblich: Unverpackte Gurken halten 3 Tage, in Folie bis zu 2 Wochen. Frühkartoffeln in Tüten werden langsamer grün, Trauben in Plastikboxen erzeugen 20 % weniger Abfall durch gefallene Früchte.

Hören Sie unser Interview mit Mark Miodownik zur Lösung des Plastikproblems im Science Focus Podcast.