Erneuerbare Energien haben in Großbritannien in den letzten drei Monaten mehr Strom erzeugt als Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen – ein bahnbrechender Meilenstein für das Land, wie eine fundierte Analyse zeigt.
Die Monate Juli, August und September markierten das erste Quartal, in dem Erneuerbare fossile Brennstoffe überflügelten, seit Eröffnung des ersten öffentlichen Kraftwerks im Jahr 1882, berichtet die renommierte Klima-Plattform Carbon Brief.
Laut der detaillierten Auswertung von Carbon Brief produzierten britische Windparks, Solaranlagen, Biomasse- und Wasserkraftwerke im dritten Quartal 2019 schätzungsweise 29,5 Terawattstunden (TWh) Strom.
Das übertrifft die 29,1 TWh aus Kohle-, Gas- und Ölkraftwerken deutlich.
Dieser Erfolg unterstreicht die rasante Umgestaltung des britischen Stromnetzes: Vor einem Jahrzehnt stammten noch drei Viertel des Stroms aus fossilen Quellen.
Im Jahr 2010 erzeugten Kohle, Gas und Öl mehr als zehnmal so viel wie Erneuerbare.
Seitdem hat sich die Erzeugung aus Erneuerbaren mehr als vervierfacht, während die Nachfrage sank – so der Befund von Carbon Brief.
Im dritten Quartal 2019 entfiel rund 40 % des britischen Stroms auf Erneuerbare, die fossile Brennstoffe im August und September erstmals zwei Monate hintereinander übertrafen.
In den ersten neun Monaten 2019 überholten Erneuerbare an 103 von 273 Tagen die Fossilen – mehr als ein Drittel der Tage.
Die Analyse basiert auf Daten des britischen Wirtschaftsministeriums (BEIS) für das Vereinigte Königreich plus Nordirland-Anpassungen und spiegelt den dramatischen Wandel des Stromnetzes wider.
Regierungsstatistiken zeigten bereits Anfang 2019: Im Jahr 2018 stammten über 52,6 % des Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen wie Erneuerbaren und Kernkraft.
Eine National-Grid-Analyse im Juni prognostizierte: 2019 sollte erstmals seit der Industriellen Revolution mehr Strom aus kohlenstofffreien Quellen (Wind, Sonne, Wasser, Kernkraft, ohne Biomasse) als aus Fossilen kommen – inklusive Importe via Interkonnektoren wie aus Frankreich.
Luke Clark, Director of Strategic Communications bei RenewableUK, kommentierte: "Dieses massive Wachstum erneuerbarer Energien ist großartige Nachricht für Umwelt und Verbraucher. Offshore-Windkosten sind rekordniedrig, machen Windenergie zu einer der günstigsten Quellen."
"Bis 2030 verdreifacht sich die Offshore-Windkapazität und deckt über ein Drittel des Strombedarfs. Die Öffentlichkeit fordert schnelle Klimaschutzmaßnahmen für Netto-Null-Emissions. Mit gleicher Förderung für Onshore-Wind und Meeresenergien nutzen wir das volle Potenzial einer kohlenstoffarmen Wirtschaft."