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Neandertaler-Aussterben: Neue Studie der TU Eindhoven widerlegt Einfluss moderner Menschen

Es sind rund 40.000 Jahre vergangen, seit die Neandertaler ausstarben – und genau zu dieser Zeit breitete sich der moderne Mensch aus Afrika nach Europa und in den Nahen Osten aus.

Die zeitliche Übereinstimmung ließ lange vermuten, dass Homo sapiens für ihr Verschwinden verantwortlich ist. Doch eine aktuelle Studie eines Teams der Technischen Universität Eindhoven deutet auf unabhängige Ursachen hin.

Die Forscher entwickelten Computermodelle, um den Einfluss verschiedener Faktoren auf Neandertaler-Populationen unterschiedlicher Größen (50, 100, 500, 1.000 oder 5.000 Individuen) zu simulieren. Die Modelle basieren auf Daten aus Studien zeitgenössischer Jäger-Sammler-Populationen weltweit.

Getestet wurden Inzucht, Schwankungen bei Geburten- und Sterberaten, Geschlechterverhältnisse sowie "Allee-Effekte" – ein seit den 1950er Jahren bekanntes Phänomen, bei dem in schrumpfenden Populationen die Fitness der Individuen nachlässt.

Die Ergebnisse zeigen: Allee-Effekte allein könnten das Aussterben von Gruppen unter 1.000 Individuen erklären. Kombiniert mit Inzucht reichten sie aus, um den gesamten Neandertaler-Niedergang über 10.000 Jahre zu bewirken – ohne jede Rolle moderner Menschen.

"Sind die Neandertaler wegen uns verschwunden? Nein, diese Studie spricht dagegen. Der Rückgang könnte auf einen demografischen Zufall zurückgehen", erklärt Hauptautor Krist Vaesen.

Die Realität ist wohl nuancierter: Konflikte mit ankommenden Homo sapiens könnten Allee-Effekte beschleunigt haben, indem sie Populationen schrumpfen ließen.