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Kinder und Senioren am stärksten vom Klimawandel bedroht: Lancet-Bericht warnt vor schweren Gesundheitsrisiken

Ein neuer Bericht der renommierten medizinischen Fachzeitschrift The Lancet beleuchtet die wachsenden Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel. Besonders Kinder und Menschen über 65 Jahre sind stark gefährdet.

Kinder sind aufgrund ihrer sich entwickelnden Körper und Immunsystemen anfälliger für Krankheiten, Umweltschadstoffe und Mangelernährung, wie der Bericht – verfasst von 120 Autoren aus 35 globalen Institutionen – detailliert darlegt.

Senioren hingegen leiden zunehmend unter Hitzewellen: Im Jahr 2018 waren weltweit 220 Millionen mehr über 65-Jährige betroffen als 2000.

„Die Indikatoren für die Verknüpfung von Klimawandel und Gesundheit bewegen sich in die falsche Richtung“, betont Elizabeth Robinson, Professorin für Umweltökonomie an der University of Reading und Mitautorin.

Frühe Schäden können lebenslange Folgen haben. Luftverschmutzung schadet jungen Lungen besonders, da diese noch wachsen. Säuglinge riskieren durch Mangelernährung Wachstumsstörungen und geschwächtes Immunsystem. Zudem mehren sich Infektionen wie Dengue-Fieber durch höhere Temperaturen und veränderte Niederschläge.

Gautam Narasimhan, leitender Klimaberater bei UNICEF, beobachtet täglich die Auswirkungen auf Kinder weltweit: „Die ärmsten Gemeinschaften leiden am stärksten. Ohne Reduktion der Emissionen, Anpassungsmaßnahmen und Stärkung der Resilienz droht vielen Kindern das Schlimmste. Der Klimawandel bedroht Kindesrechte und jahrzehntelange Fortschritte.“

Positive Schritte

Der Bericht fordert dringende Veränderungen, hebt aber auch Fortschritte hervor: Mehr Investitionen in saubere Energien und steigendes Bewusstsein für städtische Luftverschmutzung.

„Länder haben Optionen“, erklärt Robinson. „Wir kennen Probleme und Lösungen – es fehlt am politischen Willen. Stellen Sie sich vor: Keine Subventionen mehr für fossile Brennstoffe, stattdessen Investitionen in erneuerbare Energien, öffentlichen Nahverkehr und energieeffiziente Wohnungen für Geringverdiener.“