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Methanemissionen aus fossilen Brennstoffen um 25–40 % höher als gedacht: Hoffnung für effektiven Klimaschutz

  • Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe werden jährlich 38–58 Milliarden Kilogramm mehr Methan freigesetzt als bisher angenommen.
  • Das entspricht zusätzlichen 25 bis 40 % der Methanemissionen.
  • Wissenschaftler sehen darin Potenzial: Strengere Regulierungen könnten den Klimawandel stärker bremsen als erwartet.

Neueste Forschungsergebnisse offenbaren eine erhebliche Unterschätzung der Methanemissionen durch fossile Brennstoffe. Eine Analyse in der renommierten Zeitschrift Nature belegt, dass anthropogene Emissionen aus diesem Sektor um 25 bis 40 Prozent höher ausfallen als zuvor geschätzt.

Trotz der alarmierenden Erkenntnis bieten die Ergebnisse Hoffnung: Strengere Maßnahmen gegen Methanlecks könnten die zukünftige globale Erwärmung „in einem größeren Ausmaß als bisher angenommen“ eindämmen.

Benjamin Hmiel, Professor für Erd- und Umweltwissenschaften an der University of Rochester und Mitautor der Studie, betont: „Ich will nicht hoffnungslos klingen, denn meine Daten haben eine positive Implikation: Die meisten Methanemissionen sind anthropogen – wir haben also mehr Kontrolle. Reduzieren wir sie, wirkt sich das stärker aus.“

Die atmosphärischen Methanwerte sind in den letzten drei Jahrhunderten um rund 150 Prozent gestiegen. Die Zuordnung zu menschlichen Quellen gestaltet sich schwierig, da Methan auch natürlich aus Feuchtgebieten oder Tieren stammt.

Hmiel und sein Team analysierten Eiskernproben aus Grönland (1750–2013) sowie Antarktis-Daten. Diese enthalten eingeschlossene Luftblasen als „Zeitkapseln“. Mittels Schmelzkammer extrahierten sie die alte Luft und untersuchten ihre Isotope: Bis etwa 1870 war fast alles Methan biologisch; danach dominierten fossile Quellen.

Die Emissionen aus fossilen Brennstoffen wurden jährlich um 38–58 Milliarden Kilogramm unterschätzt.

Methan ist nach CO₂ der zweitwichtigste Treiber der Erwärmung, verweilt aber nur neun Jahre in der Atmosphäre – im Gegensatz zu CO₂s Jahrhundertdauer. „Ein ideales Ziel für schnelle Emissionssenkungen“, urteilen die Forscher.

Phillip Williamson, Ehrendozent an der University of East Anglia (nicht beteiligt), kommentiert: „Das zeigt: Menschliche Aktivitäten verursachen weit mehr des Methan-Anstiegs. Doch es sind gute Nachrichten – mehr Anreize für Leckagenbekämpfung bei Öl und Gas. Der Ausstieg aus Fossilien reduziert Methan schneller als gedacht.“