DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Emissionskürzungen bremsen Klimawandel – doch messbare Effekte können Jahrzehnte dauern

Norwegische Wissenschaftler warnen: Die Auswirkungen großer Emissionskürzungen auf die globalen Oberflächentemperaturen könnten Jahrzehnte auf sich warten lassen.

Forscher des Zentrums für internationale Klima- und Umweltforschung (Cicero) in Oslo haben mit Computersimulationen verschiedene Szenarien analysiert. Sie untersuchten die Effekte rascher Reduktionen von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2), Methan und Ruß.

Die Experten betonen: Um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, sind massive Emissionssenkungen unerlässlich. Dennoch dauert es Jahrzehnte, bis die Abkühlung messbar wird.

Selbst im optimistischsten Szenario benötigen wir mindestens 15 Jahre, um die positiven Effekte nachzuweisen.

Neueste Meldungen zum Klimawandel:

  • Größter Rückgang der CO2-Emissionen aus der Energieerzeugung seit 1990
  • Rascher Eisverlust in der Antarktis: Deutliche Warnung vor Klimawandel
  • Waldblumen wandern durch Erwärmung nach Norden – doch bald kein Platz mehr, warnen Experten

Bjørn H. Samset von Cicero, Mitautor der Studie in Nature Communications, vergleicht den anthropogenen Klimawandel mit einem Tankschiff bei hoher Geschwindigkeit: „Schalten Sie auf Rückwärts, doch es dauert, bis das Schiff langsamer wird – und es schaukelt weiter wegen der Wellen.“

Die globale Oberflächentemperatur ist in den letzten fünf Jahrzehnten alle zehn Jahre um 0,2 °C gestiegen. Klimaexperten führen dies auf menschliche Treibhausgasemissionen zurück.

Samset: „Um das Pariser Ziel von maximal 2 °C – idealerweise weniger – zu halten, müssen wir zuerst den Erwärmungstrend verlangsamen.“

Die Simulationen zeigten: CO2 und Methan haben den größten Einfluss. Studienautor Jan S. Fuglestvedt ergänzt: „Bei starken Kürzungen wirken sie schnell. Realistische Pfade brauchen jedoch länger.“

Emissionskürzungen bremsen Klimawandel – doch messbare Effekte können Jahrzehnte dauern

Bei Luftschadstoffen wie Schwefeldioxid (SO2) ist es anders: Reduktionen könnten die Erwärmung kurzfristig beschleunigen. Marianne T. Lund von Cicero erklärt: „SO2 bildet kühlende Sulfatpartikel, die Sonnenlicht reflektieren.“

Tim Palmer, Forschungsprofessor der Royal Society an der Oxford University (nicht am Projekt beteiligt), kommentiert: „Das ist kein Neues – doch diese umfassende Analyse quantifiziert den verzögerten Effekt präzise.“