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Mikroplastik bekämpfen: Wäschefilter reduzieren Fasern um bis zu 80 Prozent – Studie der University of Plymouth

Forscher der University of Plymouth haben gezeigt: Faserfangvorrichtungen in Waschmaschinen können die Abgabe mikroskopischer Kunststoffpartikel ins Abwasser und damit in die Meeresumwelt drastisch verringern.

In einer unabhängigen Studie testeten Experten sechs Geräte – von Prototypen bis zu marktreifen Produkten. Die erfolgreichste Variante reduzierte die Fasermenge im Abwasser um fast 80 Prozent.

Die Ergebnisse, publiziert in der Fachzeitschrift Science of the Total Environment, machen jedoch klar: Solche Filter sind nur ein Baustein einer umfassenden Lösung.

Dr. Imogen Napper von der International Marine Litter Research Unit an der University of Plymouth erklärt: „Fasern aus Textilien zählen zu den Hauptquellen von Mikroplastik. Viele Unternehmen entwickeln Lösungen, um die Fasenemission ins Abwasser zu mindern. Wir haben geprüft, wie effektiv sie Fasern auffangen und Abgabe verhindern. Unsere Tests offenbaren große Unterschiede: Einige Geräte senken die freigesetzten Fasern erheblich.“

Eine frühere Studie der University of Plymouth ergab zudem, dass beim Tragen von Kleidung ebenso viel Mikroplastik freigesetzt wird wie beim Waschen.

Ein Bericht für das britische Umweltministerium (Defra) vom Mai wies hin: Stoffdesigns anzupassen, um Faserverlust zu minimieren, könnte effektiver sein als Nachrüstfilter.

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Die aktuelle Studie, finanziert von National Geographic Society und Sky Ocean Rescue, simulierte eine typische Waschladung mit drei synthetischen Stoffen. Mit Sieben fingen Forscher die Fasern aus dem Abwasser ab und maßen die Partikelmasse – ohne Filter, mit drei In-Trommel-Geräten und drei externen Filtern.

Der XFiltra-Außenfilter erwies sich als Spitzenreiter und reduzierte Mikrofasern um 78 Prozent. Der Waschbeutel von Fourth Element schnitt mit 21 Prozent am schwächsten ab.

Professor Richard Thompson, Leiter der International Marine Litter Research Unit, betont: „Fast Fashion und Marktdruck opfern oft Umweltschutz. Für nachhaltige Veränderungen brauchen wir unabhängige Daten zu Problemumfang und Lösungen. Einige getestete Geräte mindern Waschfasern spürbar – doch der Schlüssel liegt in langlebiger, fasernarmer Kleidung.“

Die Marine Conservation Society lobt die Studie und treibt mit ihrer Kampagne „Stop Ocean Threads“ den Einsatz voran.

Dr. Laura Foster, Leiterin Clean Seas: „Interne Waschmaschinenfilter sind am effektivsten gegen Mikrofaserverlust. Unterstützen Sie unsere Petition für gesetzlich vorgeschriebene Filter ab 2024. Das würde Ozeane massiv entlasten. Bis bessere Stoffe kommen, brauchen wir Filter und Branchenverbesserungen.“