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Warum gibt es eine Hurrikansaison? Experten erklären Entstehung, Bedingungen und Einflussfaktoren

Was verursacht Hurrikane?

Hurrikane zählen zu den mächtigsten Stürmen unserer Erde. Sie schöpfen ihre Energie aus warmen tropischen Gewässern im Atlantik oder Nordostpazifik. In anderen Regionen heißen sie Taifune (Nordwestpazifik) oder Zyklone (Südwestpazifik und Indischer Ozean).

Alle diese Wirbelstürme entstehen über dem Ozean, wenn warme, feuchte Luft aufsteigt. Dadurch strömt neue feuchte Luft nach, die durch den Coriolis-Effekt – verursacht durch die Erdrotation – auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn rotiert. Abkühlende Luft kondensiert und bildet dichte Regenwolken.

Solange die Ozeane ausreichend Wärme liefern, intensiviert sich der Sturm. Ab Windgeschwindigkeiten von 119 km/h gilt er offiziell als Hurrikan.

Bei höheren Drehzahlen entsteht im Zentrum das ruhige 'Auge' mit extrem niedrigem Luftdruck, umgeben von den heftigsten Winden. Die Saffir-Simpson-Skala bewertet Hurrikane von Kategorie 1 bis 5 nach Windstärke – Kategorie 5 erreicht über 250 km/h.

Warum gibt es eine Hurrikansaison? Experten erklären Entstehung, Bedingungen und Einflussfaktoren

Die meisten atlantischen Hurrikane formen sich vor der afrikanischen Westküste und treiben mit Ostwinden nach Nordamerika, in die Karibik oder den Golf von Mexiko. Beim Landfall verlieren sie an Kraft, richten aber zuvor schwere Schäden durch Winde, Regen und Sturmfluten an – einen extremen Anstieg des Meeresspiegels.

Im Atlantik entstehen jährlich im Schnitt sechs Hurrikane. Die Saison 2020 war rekordverdächtig mit acht Systemen bis Ende September.

Welche Bedingungen begünstigen die Hurrikanbildung?

Die Hurrikansaison im Nordatlantik läuft von Anfang Juni bis Ende November. Hurrikane brauchen Oberflächentemperaturen von mindestens 26 °C – typisch für Tropen und Subtropen. Der Ozean erwärmt sich im Sommer, mit Höchstwerten im August und September.

Zudem nimmt die vertikale Windscherung – plötzliche Windänderungen mit der Höhe – im Sommer ab. Ohne sie können Stürme ungehindert wachsen, da Scherung den Auftrieb warmer Luft stört.

Ab Oktober kühlen Ozean und Luft ab, Windscherung steigt – Hurrikanbildung wird unwahrscheinlich.

Warum trifft Großbritannien keine echten Hurrikane?

Hurrikane brauchen warmes Meerwasser, um zu überleben. Kalte Gewässer extratropischer Zonen stoppen sie. Großbritannien erlebt daher keine tropischen Wirbelstürme, wohl aber Reste davon.

Diese 'Ex-Hurrikane' wandeln sich unterwegs, speisen aus der Kollision warmer Tropenluft mit kalter Polarluft und bringen orkanartige Winde und Regen. Beispiel: Ex-Hurrikan Ophelia 2017 mit Böen bis 190 km/h in Irland.

Beeinflusst der Klimawandel die Hurrikansaison?

Da Hurrikane von warmen Ozeanen abhängen, verstärkt sich ihr Potenzial durch globale Erwärmung. Der IPCC prognostiziert: Keine Zunahme der Hurrikananzahl, aber stärkere Intensität. Bis 2100 könnten 30 % mehr Stürme Kategorie 4/5 erreichen.

Mehr atmosphärische Feuchtigkeit bedeutet 10 % höhere Niederschläge. Steigender Meeresspiegel verschärft Überschwemmungsrisiken. Die komplexen Wechselwirkungen erschweren jedoch eine direkte Zuschreibung einzelner Ereignisse.

Wie werden Hurrikane vorhergesagt?

Hurrikanvorhersagen umfassen Intensität und Landfall-Ort. Intensität ist schwieriger, da feine Prozesse wie die Zirkulation im Auge eine Rolle spielen.

Warum gibt es eine Hurrikansaison? Experten erklären Entstehung, Bedingungen und Einflussfaktoren

Fortschritte durch Satelliten und Supercomputer haben Track-Prognosen verbessert: Von 650 km Abweichung in den 1980ern auf 185 km heute. Modelle nutzen historische Daten, aktuelle Bedingungen und physikalische Gleichungen für Ozean und Atmosphäre.