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Algenbakterien-Enzym revolutioniert umweltfreundliches Waschen – Forschung der Newcastle University

Ein Enzym, das Bakterien auf Algen produzieren, ermöglicht die Entwicklung umweltfreundlicher Waschmittel. Als Experten für Meeresbiotechnologie haben Wissenschaftler der Newcastle University dieses Potenzial entdeckt und mit Procter & Gamble (P&G) getestet.

Das Team untersuchte, wie Bakterien sich von Algen lösen, indem sie die Phosphodiesterase einsetzten. Dieses Enzym baut klebrige Moleküle auf der Algenoberfläche ab – ein Mechanismus, der nun für die Textilreinigung genutzt wird.

Weitere Beispiele, wie Bakterien uns nutzen:

  • Gentechnisch veränderte Meeresbakterien, die synthetische Spinnenseide produzieren können
  • Bakterien: Die Wundermikroben, die den Planeten reparieren könnten
  • Suchen und zerstören: Nützliche Bakterien, die darauf programmiert sind, Krebs zu bekämpfen

Die Phosphodiesterase eignet sich ideal als natürliches Reinigungsmittel für Kleidung. Sie funktioniert besonders effizient bei niedrigen Temperaturen, wie sie im Meer herrschen, und hält auch höheren Temperaturen stand.

Professor Grant Burgess leitete das Projekt in Kooperation mit Dr. Michael Hall und P&G. Ziel: Moderne Waschmittel für Kaltwäsche optimieren, die energie sparen und der Umwelt schonen.

Algenbakterien-Enzym revolutioniert umweltfreundliches Waschen – Forschung der Newcastle University

Dr. Hall, Dozent für organische und biologische Chemie, erklärt: „Phosphodiesterasen sind allgegenwärtig – sogar auf unserer Haut natürlich vorhanden. Besonders beeindruckend ist die Robustheit dieses Enzyms. Im Gegensatz zu vielen empfindlichen Enzymen bleibt es bei Hitze und Kälte hoch wirksam.“

Dr. Neil Lant, Enzymspezialist bei P&G, betont: „Für bessere Reinigung in kaltem Wasser mit umweltfreundlichen Produkten brauchen wir innovative Technologien wie diese.“

Die Entdeckung geht auf Forschung vor 10 Jahren zurück, als das Newcastle-Team Schiffsrümpfe reinigen wollte. Prof. Burgess, Meeresbiotechnologie-Experte, analysierte, wie Organismen wie Fische, Delfine und Algen sich vor Bewuchs schützen.

"Algen sind leicht zu untersuchen. Wir fanden heraus, dass bestimmte Meeresalgen mit Reinigungsbakterien bedeckt sind“, sagt Prof. Burgess. „Diese Bakterien produzieren neben starken Klebstoffen auch einen ‚Anti-Kleber‘ – die Phosphodiesterase, die klebrige Moleküle zerlegt.“

Überraschend: Ähnliche Klebstoffe binden Schmutz und Gerüche auf Kleidung. Das Enzym löst sie auf und eignet sich perfekt für Waschmittel.

"Ein Paradebeispiel, wie wir von der Natur lernen: Aus der Selbstreinigung von Seetang machen wir frische Socken – und schützen die Umwelt“, fasst Prof. Burgess zusammen.