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Dr. Sweatman: Hat ein Kometeneinschlag vor 13.000 Jahren unsere Zivilisation begründet?

Vor etwa 13.000 Jahren traf ein gewaltiger Komet die Erde und löste weltweites Chaos, Massenaussterben und dramatischen Klimawandel aus. Dieser Einschlag könnte den entscheidenden Impuls für den Aufstieg der menschlichen Zivilisation gegeben haben, wie wir sie heute kennen.

Eine frische Überprüfung bestätigt die 2007 vorgestellte Hypothese des Younger-Dryas-Einschlags – potenziell die verheerendste kosmische Katastrophe seit dem Asteroiden, der die Dinosaurier auslöschte.

Dr. Martin Sweatman von der University of Edinburgh hat über ein Jahrzehnt kontroverse Studien und Beweise geprüft und plädiert dafür, die Theorie als etabliert anzuerkennen. Entscheidend ist eine geologische Schicht an mehr als 50 archäologischen Stätten auf vier Kontinenten – besonders in Nordamerika und Grönland, wo die größten Kometenfragmente vermutet werden.

Diese Schicht weist erhöhte Platinwerte, Spuren extrem erhitzter Materialien und Nanodiamanten auf – Marker, die typisch für Kometen und hochenergetische Explosionen sind.

Archäologische Relikte an manchen Stätten deuten ebenfalls darauf hin, so Sweatman: „Diese kosmische Katastrophe scheint in den monumentalen Säulen von Göbekli Tepe verewigt, dem möglichen ‚ersten Tempel der Welt‘ und Knotenpunkt der Zivilisationsentstehung im Fruchtbaren Halbmond Südwestasiens.“ Er fragt: „Begann die Zivilisation mit einem Knall?“

Die Younger-Dryas-Impakttheorie beschreibt die Kollision eines über 4 km großen Kometen kurz vor der Jungsteinzeit. Er zerfiel in der Atmosphäre, prallte mit multiplen Luftstößen und Einschlägen weltweit auf.

Die Folgen waren apokalyptisch: Kontinentale Waldbrände, ein ‚Einschlagwinter‘ durch staubverhangene Atmosphäre und eine abrupte Mini-Eiszeit von 1.000 Jahren.

Der Einschlag trug zum Aussterben pleistozäner Megafauna bei – Mammuts, Höhlenbären, Wollnashörner. Die Menschheit überlebte, doch das Ereignis veränderte sie nachhaltig, meinen Sweatman und Kollegen.

Der Komet fiel zeitlich mit radikalen Lebenswandeln zusammen: Im Fruchtbaren Halbmond (heutiges Ägypten, Irak, Libanon u. a.) wechselten Jäger-Sammler zu Ackerbau, Nomaden zu Siedlungen.

Trotz Debatten fordert Sweatman, die Theorie als Konsens zu sehen und ihre weitreichenden Konsequenzen weiter zu erforschen.

Ältere Ideen, etwa von Isaac Newton, sehen in solchen Katastrophen Ursprünge von Flutmythen in Religionen oder sogar den Atlantis-Legende.