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Asymmetrisches Wachstum des inneren Erdkerns entdeckt: Seismologen der UC Berkeley enthüllen ein Rätsel

Neueste Forschung der University of California, Berkeley, zeigt: Der feste innere Erdkern wächst auf einer Seite schneller als auf der anderen. Seismologen können die Ursache derzeit nicht erklären.

Entgegen früheren Annahmen, dass neues Wachstum durch Abkühlung des umgebenden flüssigen Eisens gleichmäßig erfolgt, haben Experten unter Leitung von Prof. Barbara Romanowicz seismische Wellen analysiert. Ergebnis: Schnelleres Wachstum im Bereich unter der Bandasee bei Indonesien.

Dies deutet darauf hin, dass im äußeren Kern unter Indonesien Wärme effizienter abgeführt wird als unter Brasilien auf der gegenüberliegenden Seite. Die exakte Ursache bleibt ungeklärt.

Trotzdem bleibt der Kern kugelförmig: Schwerkraft gleicht Asymmetrien aus und drückt neue Eisenkristalle zu den Polen – ein "Bügeleffekt", der den Radius jährlich um etwa 1 mm erhöht.

Die Wissenschaftler schätzen das Alter des inneren Kerns auf nur 500 Millionen Jahre – ein Bruchteil der 4,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte. Dies stellt die Entstehung des schützenden Magnetfelds infrage, das bereits vor drei Milliarden Jahren existierte.

"Wir wissen, dass das Magnetfeld bereits vor drei Milliarden Jahren existierte, also müssen andere Prozesse zu dieser Zeit die Konvektion im äußeren Kern angetrieben haben", erklärt Prof. Barbara Romanowicz von der UC Berkeley Abteilung für Erd- und Planetenwissenschaften.

Dr. Daniel Frost, Co-Autor der Studie, ergänzt: "Die Komplikation ist: Wenn der innere Kern nur 1,5 Milliarden Jahre existieren konnte, basierend auf dem, was wir über Wärmeverlust und Temperatur wissen, woher stammt das ältere Magnetfeld?"

Heutige Erdschichten: Massiver Eisen-Nickel-Innenkern (Radius 1.200 km, ca. drei Viertel Mondgröße), umgeben vom 2.400 km dicken flüssigen äußeren Kern, dem 2.900 km tiefen Gesteinsmantel und der 5–70 km dicken Kruste.