Ja, Luftspiegelungen treten definitiv auch in kalten Regionen auf. Frühe nordische Sagen nannten sie „Hafgerdingar“ (bedeutet „Meershecken“), da sie wie Land weit draußen auf dem Meer aussahen. Tatsächlich waren es Abbilder von Küsten jenseits des Horizonts. Diese „arktischen Luftspiegelungen“, auch „hillingar“ genannt, entstehen durch höhere Luftdichte nahe dem kalten Boden. Lichtstrahlen biegen sich dabei von wärmerer zu kälterer Luft.
Sie unterscheiden sich von Wüstenmiragen: Dort bricht Licht umgekehrt, da bodennahe Luft wärmer und weniger dicht ist. Wüstenbilder stehen kopf und tiefer, oft Himmelspartien. Arktische Miragen bleiben aufrecht, erscheinen höher und zeigen fernes Land. Solche Trugbilder führten möglicherweise die Nordmänner zur Entdeckung von Island und Grönland.