Die Frage nach wahrer Zufälligkeit hat große praktische Relevanz: Zufallszahlen sind unverzichtbar nützlich. Sie folgen keinem erkennbaren Muster und lassen sich nicht vorhersagen. Bei der Verschlüsselung von Texten sorgen sie dafür, dass der Inhalt ohne Kenntnis der genutzten Zahlenfolge unlesbar bleibt. Zudem eignen sie sich hervorragend zur Simulation zufälliger Einflüsse in komplexen Systemen wie Aktienmärkten oder zur Auswahl repräsentativer Patientenstichproben in klinischen Studien.
Forscher greifen meist auf computer-generierte Zufallszahlen zurück, die jedoch durch deterministische Algorithmen entstehen und somit per Definition nicht echt zufällig sind. In den 1970er Jahren offenbarten sich in einer weit verbreiteten Methode regelmäßige Muster, die zahlreiche Studien kompromittierten. Echte Zufälligkeit nutzt hingegen die fundamentale Unbestimmtheit der Quantenwelt. Bereits 1957 führte die britische Regierung ERNIE (Electronic Random Number Indicator Equipment) ein, das Quantenrauschen zur Auswahl von Premium-Bond-Gewinnern einsetzte.
Trotz aller Vorteile birgt Zufälligkeit eine Falle: Unvoreingenommenheit gilt nur für unendlich lange Sequenzen. In endlichen Folgen können lange Muster auftreten. Kein Wunder also, wenn Ihr Smartphone-Shuffler denselben Song mehrmals hintereinander spielt.