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Wann begannen unsere Vorfahren, Kleidung zu tragen? Archäologische Beweise

Um in die kalten Hinterländer Europas und Asiens vorzudringen, mussten unsere Vorfahren sich warm halten. Der früheste Hinweis auf Kleidung bei frühen Menschen stammen von Steinwerkzeugen an Fundorten wie Gran Dolina in den spanischen Atapuerca-Bergen (assoziiert mit Homo antecessor, datiert auf ca. 780.000 Jahre) oder Schöningen in Deutschland (Homo heidelbergensis, vor etwa 400.000 Jahren). Diese Werkzeuge dienten wahrscheinlich zur Bearbeitung von Tierhäuten.

Deutlichere Spuren finden wir bei Neandertalern, die vor über 400.000 Jahren lebten. Die Muskelanbaupunkte an ihren Armen deuten auf regelmäßige Tätigkeiten wie das Vorbereiten von Häuten hin. Trotz ihrer kälteangepassten Körperbau schätzte eine Studie von 2012, dass Neandertaler bis zu 80 Prozent ihrer Körperoberfläche bedecken mussten, um harte Winter zu überstehen.

Beim modernen Menschen (Homo sapiens) hinterließ die Nutzung von Kleidung genetische Spuren bei Begleitern: Eine Studie aus 2011 zeigt, dass Kleiderläuse sich vor etwa 170.000 Jahren genetisch von Kopfläusen trennten – ein Indiz für den Beginn des Tragens von Kleidung.

Im Winter bedeckten wir vermutlich bis zu 90 Prozent des Körpers, was zu moderneren Kleidungsformen führte als den Pelzmänteln der Neandertaler. Vor rund 40.000 Jahren stellten wir mit Nadeln und Ahlen aus Knochen und Stein genähte, körpernahe Kleidung her, die optimal Wärme speicherte.