Der Start einer Rakete ist die umweltschädlichste Phase jeder Weltraummission. Innerhalb weniger Minuten werden enorme Mengen Treibstoff verbrannt. Die Falcon 9 von SpaceX verbraucht beispielsweise 112 Tonnen raffiniertes Kerosin und emittiert rund 336 Tonnen CO₂ – vergleichbar mit den Emissionen eines Durchschnittswagens, der fast 70 Mal um die Erde fährt.
Neben Treibhausgasen setzen Raketentriebwerke Chlor, Ruß- und Aluminiumoxidpartikel frei, die die Ozonschicht schädigen. Mit dem Boom der kommerziellen Raumfahrt verschärft sich das Problem: 2020 fanden 114 Starts statt, in Zukunft könnten es bis zu 1.000 pro Jahr sein.
Nachhaltige Treibstoffe stehen im Fokus für eine gründere Raumfahrt. Viele Raumfahrzeuge nutzen fossile Brennstoffe, doch Alternativen wie flüssiger Wasserstoff und Sauerstoff – wie beim New Shepard von Blue Origin – versprechen Besserung. Wasserstoff lässt sich umweltverträglich durch Elektrolyse von Wasser mit Solarenergie herstellen.
2019 testete die NASA in der Green Propellant Infusion Mission (GPIM) den Treibstoff AF-M315E als umweltfreundliche Alternative zum giftigen Hydrazin und plant dessen Einsatz für zukünftige Missionen.
Mehr Infos dazu
Wiederverwendbare Raketen mindern den Abfall. Traditionell gelten Booster und Tanks als Einwegprodukte. Doch kontrollierte Landungen öffnen neue Wege: Die meisten Komponenten der Falcon 9 können bis zu 100 Mal eingesetzt werden.
Von einer vollständig umweltfreundlichen Raumfahrt sind wir noch entfernt. Dennoch haben wir die Technologien, um die Belastung für unseren Planeten spürbar zu reduzieren.