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CRISPR-Geneditierung: Vorteile und Risiken für Landwirtschaft, Umwelt und Natur

Schon in den 1990er Jahren debattierten wir intensiv über Risiken und Chancen gentechnisch veränderter (GM) Pflanzen. Manche lehnten die Idee 'unnatürlicher' Lebensmittel ab, andere priesen höhere Erträge und Resistenzen gegen Schädlinge, Dürre und Krankheiten.

Heute verschärft sich der Druck auf die Landwirtschaft durch den Klimawandel – und eine neue Debatte entbrennt. Wissenschaftler verfügen nun über präzisere Werkzeuge zur Genom-Bearbeitung, die weit über den Einsatz in Nutzpflanzen hinausgehen.

Um zu entscheiden, ob diese Technologien vertretbar sind, muss man alte und neue Methoden vergleichen. Traditionelle Transgenik – wie insektenresistenter Mais mit Bakterien-DNA – ist langsamer, teurer und ungenauer als modernes Gen-Editing.

Gen-Editing mit CRISPR, einem bakteriellen DNA-Schneidesystem, ermöglicht präzise Änderungen im eigenen Genom, ohne fremde DNA einzubringen. Wer strikt nur 'natürliche' Prozesse akzeptiert, bleibt bei beiden Ansätzen skeptisch.

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Ähnliche Veränderungen lassen sich durch chemische oder strahleninduzierte Mutationen erzeugen; Tausende Pflanzensorten auf dem Markt stammen daher. Dennoch regelt EU-Recht CRISPR-Pflanzen wie traditionelle GVO streng.

Viele Experten kritisieren diese Restriktionen. Dr. Sarah Garland von der Columbia University warnte 2021: Die EU kann Gen-Editing nicht länger ignorieren – es ist essenziell für klimafeste Nahrungspflanzen.

Auch in der Natur erfordert Gen-Editing schwierige Abwägungen: Sollen Korallenriffe gegen Erwärmung und Versauerung widerstandsfähiger gemacht oder Bäume gegen Pilzkrankheiten geschützt werden?

Manches war traditionell machbar, doch Sicherheit neuer Techniken und Dringlichkeit des Umweltschutzes entscheiden. Umweltpolitiker Jesse Reynolds' Studie zeigt: Erhaltungsexperten werden offener für Gen-Editing.

Die International Union for Conservation of Nature stimmt 2023 über Leitlinien zu Gene Drives ab – selbstverbreitenden CRISPR-Modifikationen. Diese könnten Malaria-Moskitos ausrotten, fordern aber partizipative Debatten mit Betroffenen.